Dundee hat geschrieben:
Dem stimme ich zu.
Die Amisch kommen ja recht gut und sympathisch rüber in diesem Film.
Wenn nun das eine oder andere Detail nicht 100-prozentig gestimmt haben mag, so sollten sie sich mal nicht so anstellen.
Aber wahrscheinlich kam der Protest gar nicht von ihnen selber, oder?
Darüber ist mir nichts bekannt. Ist aber auch schon lange her, der Film stammt aus Mitte der 80er.
Meine amerikanische Tante (sie lebt in Lancaster, Dutch County) war damals in Deutschland zu Besuch und empfahl mir den Film, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte. Sie war begeistert, und deshalb muß ich annehmen, daß zumindest von der Atmosphähre und von den äußeren Gegebenheiten nicht viel falsch den dem Film sein kann.
Die andere Seite ist, daß die Amish auch vom Tourismus leben (das ist ja auch ein Schwerpunkt im Film). Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, daß es von deren Seite Proteste gab. Im Gegenteil: Sie mußten ja damit einverstanden gewesen sein, Gelände für das Filmset zur Verfügung zu stellen oder zumindest für die Dreharbeiten freizuhalten. Denn soweit ich das erkannt habe, wurde an Orginalschauplätzen gedreht.
Wie gesagt, leben meine Verwandten in Lancaster. Dort gibt es eine Markthalle, in der u.a. Deutsche, aber auch viele Amish ihre Produkte verkaufen. Des weiteren habe ich Orte in der Nachbarschaft kennengelernt, in denen Amish leben, wie z.B. Strasburg, Manheim und Bird-in-hand, von denen ich denke, sie im Film wiedererkannt zu haben.
Daß die Amish nur sympathisch in dem Film rüberkamen, kann ich nicht bestätigen. Da gibt es eine Menge Szenen, die das orthodoxe, taditionelle und "verpappte" durchaus rüberbringen: die Vorwürfe an Rachel, Probeme auf die Farm gebracht zu haben; gegen die Regeln verstoßen zu haben; dem Bischof berichten zu wollen; Druck durch Gerüchte während des Scheunenbaus ("es wird über dich und den 'Engländer' geredet); die Musikszene in der Scheune bei der Autoreparatur ("I have nothing done against the rule of the order") bzw. "Child, don't go so far". Answer: "I am not a child."
Das alles klingt nach Infragestellung, nach Rebellion. Doch Rachel schafft den Bruch nicht, weil sie einen Sohn hat, der dieser Tadition bereits verwachsen ist (er kennt alles: die jungen Katzen, das Getreidesilo, die Wassermühle, die Alarmglocke).
Ist das symphatisch? Ich würde es "Hemmschuh" nennen. Die Krone ist Hochleitner, der sich immer sicher war, daß er Rachel bekommt - vom Anfang des Films an, als er ihr kondolierte. Er war die feste Burg in diesem Film mit Personen, die sich alle auf unsicherem Grund bewegten. Er wußte es und brauchte nur zu warten (Gewitterszene mit Schaukel).
Ein wirklich fein komponierter Film.