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Caspar + Melchior + Balthasar

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5. Jan 2009, 01:20

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 Caspar + Melchior + Balthasar
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Sie sind niemals heiliggesprochen worden. :???:

Vielleicht hat es sie auch niemals gegeben. :???:

Aber feiern dürfen wir sie dennoch! :)


Zitat:
Matthäusevangelium berichtet: „Und sahen das Kindlein, warfen sich nieder, huldigten ihm, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gold und Weihrauch und Myrrhe” (Matthäusevangelium 2, 11).

An diese Textstellen schlossen sich schon früh Ausdeutungen an; die Zahl der Weisen war zunächst noch nicht auf drei festgelegt. Der Ausdruck „Könige” wurde dann im 3. Jahrhundert von Tertullian und anderen Kirchenschriftstellern gebraucht. Ihre heutigen Namen tauchten erstmals im 6. Jahrhundert auf und wurden im 9. Jahrhundert volkstümlich. Als Sterndeuter, Philosophen und Zauberer sucht sie die Legenda Aurea zu erklären. Zahlreiche Legenden und Kommentare erzählen das von Wundern erfüllte Leben der drei Weisen, ehe ihnen der Weihnachtsstern erschien, sie die Reise nach Jerusalem unternahmen, vor Herodes standen und, nach der Verehrung des Kindes und durch einen Engel im Traumgesicht gewarnt, einen anderen Rückweg in die Heimat einschlugen.

Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas und von ihrer Bischofswürde, von einem gemeinsamen Weihnachtsfest im Jahr 54 und ihrem unmittelbar darauf folgenden Tod, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel durch Kaiserin Helena.

Aus der Zahl der Gaben Myrre, Gold und Weihrauch schloss man im 3. Jahrhundert auf die Dreizahl der Magier. Ab dem 6. Jahrhundert bekamen sie ihre Namen, zunächst „Thaddadia, Melchior und Balytora”. Seit dem 8. Jahrhundert heißen sie „Caspar, Melchior und Balthasar”, zugleich wurden sie in den Stand der Könige erhoben.

Verschieden wurden im Schrifttum des Mittelalters die Namen und Geschenke gedeutet. Im Malerbuch vom Berg Athos ist die Folge Caspar, Melchior, Balthasar festgelegt. Die Geschenke sind am verständlichsten in den „Gesta Romanorum” gedeutet: Das Gold - traditionell von Melchior überbracht - bezeichnet den einem König gebührenden Weisheitsschatz, der Weihrauch - meist Balthasar zugeordnet - das ergebungsvolle Opfer und Gebet, die Myrrhe - das Geschenk des Caspar - die reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Im 12. Jahrhundert kam die Unterscheidung von drei Lebensaltern auf: demnach war Balthasar ein Greis, Melchior ein Mann mittleren Alters, Caspar ein Jüngling; seitdem trat der jüngste als Mohr auf. Die drei Könige wurden auch als Vertreter der damals bekannten drei Weltteile angesehen, wobei Balthasar meist Asien, Melchior Europa und Caspar als Schwarzer Afrika vertritt. Teilweise wurden sie auch zurückgeführt auf die drei Söhne Noahs.


Angebliche Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland wurden der Legende nach von Helena im heiligen Land gefunden und nach Konstantinopel gebracht; Ende des 4. Jahrhunderts habe der Kaiser von Byzanz sie nach Mailand verschenkt; nach der Unterwerfung Mailands brachte Rainald von Dassel, der Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, sie 1164 nach Köln, wo seither das Fest dieser Übertragung gefeiert wird.

Die Echtheit der Reliquien ist höchst fragwürdig: warum sollten die Gebeine in Palästina begraben sein, wo doch die Bibel berichtet, die Weisen seien nach der Anbetung des Jesuskindes in ihre Heimat zurückgekehrt (Matthäusevangelium 2, 12). Auch die Überführung von Konstantinopel nach Mailand ist nur in einer posthumen Biographie eines Mailänder Bischofs erwähnt, der „Vita Eutorgii”, die mehrere hundert Jahre später ausgerechnet in Köln entstand. Vermutlich hat also Rainald von Dassel als rechte Hand des deutschen Kaisers diese Legende einfach politisch ausgenützt, um im damaligen Streit zwischen Papst und Kaiser seinem Herrn einen Vorteil zu verschaffen: die Könige, also die weltlichen Herrscher, waren die ersten, die das Christkind anbeteten, und haben deshalb Vorrecht vor dem Papst. So wird auch klar, warum die Päpste kein Interesse hatten, durch eine Heiligsprechung diese Sicht der Dinge zu befördern: eine Heiligsprechung hat es für die „Heiligen Drei Könige” nie gegeben.

Wegen ihrer Reise zum neugeborenen Jesuskind wurden die drei Weisen zu Patronen der Reisenden und Pilger, besonders auch als Patrone für die „letzte Reise”, den Tod. Die Namen vieler Gaststätten haben hier ihre Wurzel: „Stern”, „Drei Kronen”, „Mohr” u.a.

Schon um 378 wurden Wechselgesänge zwischen Maria und den Magiern bezeugt. Dreikönigsspiele waren bis in die Neuzeit beliebt. Noch heute weit verbreitet ist in der katholischen Kirche der Brauch der von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger, die um eine Gabe bitten und das Haus segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C + M + B an die Haustür geschrieben werden. Das Sternsingen wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich vermerkt und war bald schon sehr verbreitet. Zunächst wurde ein Kreuz auf die Türen gemalt, daraus entwickelten sich der Haussegen „C + M + B”, „Christus Mansionem Benedicat”, „Christus segne das Haus”, welcher das Böse abhalten soll. Der Brauch des Sternsingens verlor sich, Schlesienflüchtlinge brachten diesen Brauch nach dem Krieg wieder mit; 1958 wollte man in der katholischen Kirche in Deutschland den Missionsgedanken fördern und beschloss die Wiedereinführung des Sternsingens.

In Spanien bringen die Heiligen Drei Könige - nicht das Christkind - den Kindern die Geschenke. An einigen Orten stellen die Kinder ihre Schuhe hinaus, Ähnlich wie in Deutschland zu Nikolaus, an anderen Orten werden die Geschenke öffentlich übergeben. Die Kinder schreiben zuvor ihren Wunschzettel an ihren Lieblings-„König” und werden dann auch von diesem bedacht.



Kanonisation: Eine offizielle Heiligsprechung hat es für die „Heiligen Drei Könige” nie gegeben.


Attribute: Könige mit Geschenken, Krone, Stern
Patron von Köln; der Pilger und Reisenden, der Kürschner und Spielkartenhersteller, des Gastgewerbes; gegen Zauberei, Epilepsie, Gewitter und Hagel


Bauernregeln (für den 6. Januar): „Wie sich das Wetter bis Dreikönig hält, / so ist das nächste Jahr bestellt.”
„Heiligdreikönig sonnig und still, / Winter vor Ostern nicht weichen will.”
„Ist Dreikönig hell und klar, / gibt's viel Wein in diesem Jahr.”
„Dreikönigsabend hell und klar, / verspricht ein gutes Erntejahr.”
„Heilig Drei König ohne Eis / wird Pankratius sicher weiß.”
„Ist bis Dreikönigstag kein Winter, / so kommt auch kein strenger mehr dahinter.”
„Die Heiligen Drei Könige bauen eine Brücke oder brechen ein.”
„Die Heiligen Drei Könige kommen oder gehen im Wasser.”



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6. Jan 2009, 15:34

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ich glaube schon das es sie gegeben hat :)


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6. Jan 2009, 17:06

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@ Eule

Du wohnst doch in der Kölner Gegend, gell?

Das sind diese Dreikönige doch besonders wichtig, nicht wahr? :)

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6. Jan 2010, 08:53

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Für Feministinnen:

CMB kann auch als Catharina + Margarete + Barbara gedeutet werden.

Ein alter Merksatz hilft, sich diese wichtigen heiligen drei Frauen zu merken:

"Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl."


---------------------------


Die anderen beiden Interpretationen kennt ihr ja sicher sowieso. Oder?

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12. Jan 2012, 23:46

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 Re: Caspar + Melchior + Balthasar
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20 + C + M + B + 12

Gestern erreichte mich zu diesem Thema ein Brief aus Frankreich mit einer Frage.

Ich zitiere:

"Excuse moi, mais je n' ai pas compris la formule mathématique: 20 + C + M + B + 12

Was bedeutet?"

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28. Jul 2012, 08:19

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 Re: Caspar + Melchior + Balthasar
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Auch heute ist ein Tag des Melchior - auch wenn er keiner der drei Könige war: :nick

"Melchior García Sanpedro, Bischof, Mönch, Märtyrer" :torte

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5. Jan 2015, 21:41

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 Re: Caspar + Melchior + Balthasar
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Morgen ist wieder ihr Tag! :wnkranz :wnsmilie

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7. Feb 2018, 19:04

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 Re: Caspar + Melchior + Balthasar
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Seltsam, dass sie nie heiliggesprochen worden sind! :weißnix

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Gnädigster und durchlauchtigster aller Lords der Highlands and Islands, Bezwinger des Loch-Ness-Monsters,
Freund der Stewarts, Herrscher über Caithness, Orkney and Shetland,
Fürst der Fair Isle und der nördlichen Nordsee, Lord of Inverness,
gefürsteter Herzog von Drumnadrochit, Blairgowrie and Dunkeld


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