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Adriana Altaras: Titos Brille

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4. Sep 2011, 19:22

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 Adriana Altaras: Titos Brille
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Titel: Widu
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Adriana Altaras: Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie. Köln 2011.
263 S, 18,99 €.

Die jüdische Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras hat einen äußerst unterhaltsamen Roman über ihre jüdische Familie und ihr Leben geschrieben. Die in Kroatien geborene und heute in Berlin lebende Autorin erzählt von ihrem oft chaotischen und nach jüdischen Gesichtspunkten unorthodoxen Leben mit ihrer Familie in Berlin. In Zagreb geboren, in Italien und dann in Gießen aufgewachsen, hat sie ihren Weg in ihren kulturellen Arbeitsalltag gefunden. Aber nicht nur über ihre Alltagsnöte als Jüdin, Mutter und im Kulturbetrieb Tätige erzählt sie, sondern auch von ihren Eltern, der jüdische Mischpoke = Verwandtschaft und den lieben Freunden. Von dem ewig liebeskranken und stets nörgelnden Freund, von den Nachlass der Eltern und der Haushaltsauflösung nach dem Tod der Eltern. Dieser Tod und die Probleme, die Vorschriften der jüdischen Religion und die deutschen Bestattungsvorschriften in Hessen unter einen Hut zu bekommen, machen ihr deutlich, was alles noch an Überraschungen auf sie wartet. Der Nachlass macht sie auf ihre jüdischen Wurzeln aufmerksam und die draus resulierenden Aktionen führen zu den lustigsten Verwicklungen und Überraschungen. Dies alles wird nicht chronologisch erzählt, sondern die Autorin springt von einem Fiasko zum anderen, von den Schwierigkeiten der Juden sich mit dringend erforderlichen jüdischen Alltagsdingen zu versorgen, bis hin zu der Erziehung der Kinder und der Frage, ob der männliche Nachwuchs beschnitten werden soll oder nicht und wie man das organisiert.
Sogar den Holocaust behandelt sie wie die anderen Themen respektlos und ohne Angst vor der politischen Correctness.
Ich kann diesen Roman, der sich bei aller inhaltlichen Verrücktheit auch sprachlich durchaus sehen lassen kann, nur empfehlen. Hier hat man alles, was eine guten Roman ausmacht, eine starke Hauptperson, geschichtliche Grundierung des Themas und eine freche, ja oft respektlose Schilderung schwierigster Alltagsprobleme verknüpft mit geschichtlichem Hintergrund und kulturell-religiösen Differenzen. Hier ist kein neuer Stern am Literaturhimmel aufgegangen, aber es ist eines der lesenswertesten Bücher des Frühjahrs anzuzeigen.
Das ist glaube ich nicht wenig. :jubel


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