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Was fällt euch zu Goethe ein?

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 187 Beiträge ] 

31. Aug 2011, 13:24

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Titel: PRINZ
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Goethe war sicher einer der großen Dichter und Denker...
über seinen Lebenswandel schweige man besser...


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31. Aug 2011, 13:25

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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War sein Lebenswandel so schrecklich? :weißnix


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31. Aug 2011, 13:46

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Titel: PRINZ
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reicht "unmoralisch???


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1. Sep 2011, 12:33

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Goethe führte ein Leben, das unter anderem davon geprägt war, viele junge Damen... "glücklich" zu machen.
Wann immer er ein Gedicht darüber schrieb, dass er einen "Garten durchwanderte", meinte er eigentlich ebenjene fleischlichen Freuden, die damals mit der Metapher des Gartens ausgedrückt wurden.

Ich finde - die meisten wirklich Großen waren im positiven Sinne auch irgendwie ein wenig versponnen.

Goethe war auch derjenige, der Schillers Schädel aus seiner Gruft entnahm, sich auf den Schreibtisch stellte und Gedichte "an Schillers Schädel" schrieb.

Gleichzeitig hat er die Gehörknöchelchen beim Menschen entdeckt und war ein Frühaufsteher, der auch mal um vier Uhr morgens aus den Federn stieg um die Natur zu beobachten und seine Forschungen anzustellen.


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2. Sep 2011, 19:34

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Goethe und die Alchemie


Die Alchemie hat die intelligentesten und gelehrtesten Geister beschäftigt. Noch 1770 schrieb Goethe in einem Brief an Susanne von Klettenberg: "Die Chymie ist noch meine heimliche Geliebte." In allen späteren Werken Goethes fand seine Beschäftigung mit der hermetischen Wissenschaft ihren Niederschlag. Ein alchemistisches Buch, das ihn ganz besonders beeinflußt hat, war die Aurea Catena Homeri, Die goldene Kette Homers.

Bekannte Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Isaak Newton oder August Strindberg bilden aber lediglich die Spitze des Eisberges. Der weitreichende Einfluß der Alchemie auf Kunst, Philosophie, Wissenschaft, Symbolistik, Literatur, Esoterik und Heilkunde ist ungebrochen. Die Alchemie ist in der Tat die königliche Kunst und es ist möglich, auch in unserer Zeit von ihr zu profitieren.

Aus: "Löwe und Phönix"


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2. Sep 2011, 19:36

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Titel: Larix decidua
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PrinzEugen hat geschrieben:
reicht "unmoralisch???



Er hatte eine höhere Moral. :nick Das ist das Merkmal des Genies. :thumbsup

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3. Sep 2011, 12:00

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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wieviel von seinen Frauengeschichten stimmen, können wir nicht wissen.
Tatsache ist: Er hatte viele weibliche Freundinnen. Vielleicht hat er einige von denen "beglückt".
Vor allem aber betrachtete er seine Freundinnen als gleichgestellte geistige Austauschpartner. Es waren platonische Beziehungen! Zu jenem Zeitpunkt konnte sich die Gesellschaft so etwas überhaupt nicht vorstellen. Es ist gut möglich, dass ihm diese Geschichten angedichtet wurden.

In "Die Leiden des jungen Werthers" verarbetet er zwei seiner unglücklichen Lieben:
Charlotte Bluff, die leider schon verlobt war -- und Goethe liess wehmütig die Finger von ihr!
und
Maximiliane von La Roche, die er noch unverheiratet und unverlobt kennen gelernt hatte, sich in sie verliebte, die aber beim nächsten Treffen leider bereits verheiratet war. Trotzdem wurde sie von Goethe heftig umschwärmt (mehr aber nicht).

Zitat:
Wann immer er ein Gedicht darüber schrieb, dass er einen "Garten durchwanderte", meinte er eigentlich ebenjene fleischlichen Freuden, die damals mit der Metapher des Gartens ausgedrückt wurden.


So wird es interpretiert. Wir können ihn aber nicht mehr persönlich fragen, ob das tasächlich stimmt.

Wenn ich mich nicht täusche, hat er diese Gedichte in späteren Jahren geschrieben.
Als er 39 war, traf er Christiane Vulpius, die ihn um Hilfe für ihren schriftstellernden Bruder August bitten wollte. Sie war damals 23.
Goethe verliebte sich Hals über Kopf in sie und bald wurden sie ein Liebespaar und sie zur EINZIGEN "Beglückerin" und Lebenspartnerin von Goethe.
Warum er 18 Jahre brauchte, um sich zu einer Heirat durch zu ringen, weiss ich nicht.
Die Gärtner-Gedichte hat er aber nach der Zeit der Begegnung geschrieben und sie sind auf Christiane Vulpius "gemünzt".
(die Römischen Elegien schrieb er zwar zwischen 1788 und 1790, sie beziehen sich aber auf seine Zeit in Rom, BEVOR er Christiane Vulpius kennen gelernt hatte! Es sollen darin aber auch schon Hinweise auf Vulpius drin sein.)

Die Weimarer Gesellschaft lästerte über diese Beziehung, da sie in ihren Augen ein geschmackloser Fehltritt war. Man hätte sogar noch geschmunzelt über das Paar, wenn es nur eine Tändelei gewesen wäre für Goethe. Aber leider war es ihm bitter ernst damit.
Dass der grosse Dichter und Geheimrat einer einfachen Fabrikarbeiterin und Tochter eines stadtbekannten Trinkers die Treue hielt, nahm man ihm übel!

Man verriss sich das Maul über diese Mesalliance! Auch war es ein Skandal erster Güte, in wilder Ehe zu leben und erst noch einen unehelich geborenen Sohn als seinen eigenen zu anerkennen!

"Die Leiden des jungen Werthers" erschein 1774
"Die Römischen Elegien" beziehen sich auf eine Zeit in Italien, vor Kennenlernen von Vulpius.

Will man Goethe verübeln, dass er sich menschliche Emotionen gestatten liess und sich auch mal verliebte? Wohlverstanden: als lediger junger Mann, ohne Verpflichtungen einer eigenen Familie gegenüber!

Dass er wahllos junge Frauen flach gelegt hätte, wurde ihm von einigen Gegnern angedichtet!


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3. Sep 2011, 12:24

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Mir fallen bei Goethe spontan folgende Dinge ein:
Weimar
Reise nach Italien
Faust
"Ach Gretchen, mich reizt Deine schone Getalt - und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt"

Zauberlehrling
...die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los (auch heute noch sehr aktuell)

Grosser Dichter, Naturwissenschaftler, Politiker

Natürlich hat er mehr Werke verfasst, als die von mir aufgeführten, aber die o.g. sind mir allgegenwärtig


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3. Sep 2011, 12:35

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Igeline hat geschrieben:
Mir fallen bei Goethe spontan folgende Dinge ein:
Weimar
Reise nach Italien
Faust
"Ach Gretchen, mich reizt Deine schone Getalt - und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt"




War das nicht der Erlkönig? :)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

2. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

3. Du liebes Kind, komm geh' mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.

4. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind.

5. Willst feiner Knabe du mit mir geh'n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.

6. Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh'es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

7. Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leids getan.

8. Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.

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3. Sep 2011, 12:50

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Eben bin ich auf diese interessanten Interpretationen zum "Erlkönig" gestoßen:

Zitat:
Goethes Gedicht enthält wie die meisten Gedichte Leerstellen, die durch Interpretation vom Leser aufgefüllt werden müssen:

Es bleibt unklar, woher der Junge den Begriff „Erlkönig“ kennt und warum diese Figur trotz ihrer anfänglichen Freundlichkeit sofort Angst in ihm auslöst.
Es wird nicht erklärt, warum am Schluss das Erzähltempus vom Präsens zum Präteritum wechselt. In einer weniger dramatisierten Erzählung müssten die Tempora genau umgekehrt benutzt werden: Das zunächst Beschriebene ist vergangen, während der Junge tot bleibt.
Woran „das Kind“ (der Mensch oder die Kindlichkeit des Sohnes?) stirbt bzw. gestorben ist, wird nicht explizit mitgeteilt.
Eine Interpretation des Gedichts geht von der Nicht-Existenz dessen aus, was der Knabe wahrnimmt. Sie sieht (wie der Vater) den Erlkönig als bloße Ausgeburt von Angst- und Fieberträumen und als Ausdruck der Krankheit des Knaben, die ihn am Schluss des Gedichts tötet.

Eine zweite Gruppe von Interpreten kritisiert die aufklärerische Haltung des Vaters im Gedicht und derjenigen Interpreten, die dessen Sichtweise teilen: Dass von Erlenbrüchen rational nicht nachvollziehbare, naturmagische Energien, auch in Form von Schadenszauber, ausgingen, werde von vielen Menschen seit langer Zeit geglaubt. Mithin sei der Hinweis auf Erlen nicht nur ein Übersetzungsfehler (das dänische Wort „ellerkonge“ bedeutet eigentlich „Elfenkönig“, s.o.), sondern von Goethe durchaus beabsichtigt. Möglicherweise verfügten demnach „unbekannte Mächte über Leib und Leben eines wehrlosen Menschen“.[2] Goethe als „einer der Begründer der naturmagischen Ballade“ habe den Erlkönig aus dem Jenseits einen Menschen zu sich rufen lassen, der sich in sein Reich begeben habe.[3]

Aussagen wie: „Du liebes Kind, komm geh mit mir!“ oder: „Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; / Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ erinnern an Äußerungen realer Kinderschänder. Einige Interpreten neigen daher oft zu der Auffassung, das Gedicht handele von einer realen Vergewaltigung eines Jungen. Diese Auffassung teilt auch der Soziologe Rüdiger Lautmann, der den „Erlkönig“ nicht als pädophilen Mann, sondern als „Vergewaltiger“ bewertet.[4] Während der 55. Lindauer Psychotherapiewochen 2005 stellte Luise Reddemann die These auf, das Gedicht handele von einem Alptraum eines Opfers sexualisierter Gewalt, das den Täter in zwei Personen zerlege, nämlich in den Vater als „guten Vater“ und den Erlkönig als „bösen Vater“. Dass der Täter in Gestalt des „guten Vaters“ dem Opfer einrede, es bilde sich die Tat nur ein, sei typisch für das Verhalten von Tätern aus dem Nahbereich von Kindern.[5]

Wiederum andere Interpreten meinen, die Textaussagen entschlüsseln zu müssen, da sie nicht das bedeuteten, was sie zu bedeuten scheinen. Ihnen zufolge verkörpert die Figur des Erlkönigs erste unbewusste pubertäre Ahnungen: Der Erlkönig repräsentiere die männliche Natur des Knaben. Diese locke den widerspenstigen Knaben zunächst mit mütterlichen, dann mit erotischen Phantasien in ihr Reich und gewinne schließlich durch dessen Überwältigung die Oberhand. Durch den nächtlichen Ausflug ins dämonische Leben werde der Knabe seiner Unschuld beraubt und letztlich gezwungen, seine wohl behütete Kindheit zu verlassen. Sein Tod symbolisiere das unaufhaltsame Ende seiner naiven Integrität und seinen zwangsläufigen Eintritt in die Welt der Erwachsenen. Seine männliche Natur hole den fliehenden Knaben buchstäblich ein. Da helfe kein noch so schneller Galopp des Vaters, der seinen Sohn ins beschützende elterliche Heim zurückholen und so retten wolle. Die Beschwichtigungsversuche und der verzweifelte Kampf des Vaters müssten gegen die natürlichen Triebe des Kindes unterliegen. Der fortschreitenden Zeit und erwachenden Sexualität lasse sich nicht entkommen.


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3. Sep 2011, 12:58

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Und hier die schottische Version des "Erlkönigs":

culture-nature-f38/goethe-erl-king-t8100.html

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3. Sep 2011, 13:25

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Du hast Recht - es war wohl der Erlkönig mit der Androhung einer Vergewaltigung...

Beim Erlkönig fällt mir aber eher die Version von Heinz Erhardt ein:
Wer reitet so spät durch Wind und Nacht,
es ist der Vater es ist gleich Sieben

(ne halt acht war es naja die uhr ging nach)

Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm den er ist erkält.

(er hat Husten im gesicht)

Halb drei, Halb fünf es wird schon hell,
noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
der Knabe lebt, das Pferd ist Tot.
:teufel


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3. Sep 2011, 23:48

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Wildkatze hat geschrieben:
wieviel von seinen Frauengeschichten stimmen, können wir nicht wissen.
Tatsache ist: Er hatte viele weibliche Freundinnen. Vielleicht hat er einige von denen "beglückt".
Vor allem aber betrachtete er seine Freundinnen als gleichgestellte geistige Austauschpartner. Es waren platonische Beziehungen! Zu jenem Zeitpunkt konnte sich die Gesellschaft so etwas überhaupt nicht vorstellen. Es ist gut möglich, dass ihm diese Geschichten angedichtet wurden.

In "Die Leiden des jungen Werthers" verarbetet er zwei seiner unglücklichen Lieben:
Charlotte Bluff, die leider schon verlobt war -- und Goethe liess wehmütig die Finger von ihr!
und
Maximiliane von La Roche, die er noch unverheiratet und unverlobt kennen gelernt hatte, sich in sie verliebte, die aber beim nächsten Treffen leider bereits verheiratet war. Trotzdem wurde sie von Goethe heftig umschwärmt (mehr aber nicht).

Zitat:
Wann immer er ein Gedicht darüber schrieb, dass er einen "Garten durchwanderte", meinte er eigentlich ebenjene fleischlichen Freuden, die damals mit der Metapher des Gartens ausgedrückt wurden.


So wird es interpretiert. Wir können ihn aber nicht mehr persönlich fragen, ob das tasächlich stimmt.

Wenn ich mich nicht täusche, hat er diese Gedichte in späteren Jahren geschrieben.
Als er 39 war, traf er Christiane Vulpius, die ihn um Hilfe für ihren schriftstellernden Bruder August bitten wollte. Sie war damals 23.
Goethe verliebte sich Hals über Kopf in sie und bald wurden sie ein Liebespaar und sie zur EINZIGEN "Beglückerin" und Lebenspartnerin von Goethe.
Warum er 18 Jahre brauchte, um sich zu einer Heirat durch zu ringen, weiss ich nicht.
Die Gärtner-Gedichte hat er aber nach der Zeit der Begegnung geschrieben und sie sind auf Christiane Vulpius "gemünzt".
(die Römischen Elegien schrieb er zwar zwischen 1788 und 1790, sie beziehen sich aber auf seine Zeit in Rom, BEVOR er Christiane Vulpius kennen gelernt hatte! Es sollen darin aber auch schon Hinweise auf Vulpius drin sein.)

Die Weimarer Gesellschaft lästerte über diese Beziehung, da sie in ihren Augen ein geschmackloser Fehltritt war. Man hätte sogar noch geschmunzelt über das Paar, wenn es nur eine Tändelei gewesen wäre für Goethe. Aber leider war es ihm bitter ernst damit.
Dass der grosse Dichter und Geheimrat einer einfachen Fabrikarbeiterin und Tochter eines stadtbekannten Trinkers die Treue hielt, nahm man ihm übel!

Man verriss sich das Maul über diese Mesalliance! Auch war es ein Skandal erster Güte, in wilder Ehe zu leben und erst noch einen unehelich geborenen Sohn als seinen eigenen zu anerkennen!

"Die Leiden des jungen Werthers" erschein 1774
"Die Römischen Elegien" beziehen sich auf eine Zeit in Italien, vor Kennenlernen von Vulpius.

Will man Goethe verübeln, dass er sich menschliche Emotionen gestatten liess und sich auch mal verliebte? Wohlverstanden: als lediger junger Mann, ohne Verpflichtungen einer eigenen Familie gegenüber!

Dass er wahllos junge Frauen flach gelegt hätte, wurde ihm von einigen Gegnern angedichtet!



Nun, dass er seine Freundinnen als gleichgestellte geistige Austauschpartnerinnen betrachtet hätte, scheint mir doch arg übertrieben. Eigentlich hat er nur zwei Frauen als gleichberechtigte Gesprächspartner anerkannt: Frau von Stein und Herzogin Amalie. Nicht Christiane Vulpius, nicht Friederike Brion, nicht Charlotte Buff, nicht Ulrike von Levetzow, nicht die römische Faustina. Ein besonderes Verhältnis bestand zu Marianne von Willemer, ihr werden einige Gedichte, zumindest aber die Mit- bzw. Zuarbeit zum "West-östlichen Divan" zuerkannt.

Warum er Christiane Vulpius erst nach 18 Jahren ehelichte? Man könnte fragen, warum er überhaupt Christiane ehelichte.
Letzteres, weil er sie versorgt wissen wollte, falls er eher stürbe. Sie hatte ihn bzw. sein Haus vor napoleonischen Soldaten gerettet. Ohne diese Kriegswirren vielleicht keine Hochzeit.
Er hat sie nicht sofort geheiratet, weil dies ein Affront gegen die adelige Gesellschaft gewesen wäre. Goethe war sozusagen Ministerpräsident im kleinen Fürstentum Weimar. Er hätte dann nicht mehr eingeladen werden können usw.
Hört sich von heute aus gesehen bescheuert an, war aber so. Soll auch in einigen Adelskreisen noch heute so sein.

Große Teile der Lyrik Goethes, der Faust, Antigone und auch Dichtung und Wahrheit oder die Wahlverwandtschaften gehören mit zum Größten, was die deutsche Literatur zu bieten hat.
Seltsam seine Scheu vor dem Tode. Er ging zu keiner Beerdigung, weder zu der Schillers und auch nicht zu der seiner Frau. Hier war der große Goethe sehr abergläubisch.
Wissenschaftlich hat er nicht so tolle Leistungen vorzuweisen, obwohl man anerkennen muss, auf welchen Gebieten er sich überall auskannte und auch Leistungen vorzuweisen hatte. Zum Beispiel in der Organisation in dem Fürstentum. Straßenbau, Sicherheit in den Bergwerken usw. sind auf Goethe zurückzuführen.
Eine große Rolle in seinem Leben spielte sicherlich die Italienreise,die erst einige der größten Werke möglich machte.
Die Rolle als der Dichter der Deutschen hat er allerdings erst im 20. Jahrhundert zugesprochen bekommen. Noch im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Schiller der Nationaldichter.
Interessant auch die unterschiedliche Rezeption Goethes in der DDR und BRD.

Vielleicht wäre die Rezeption Goethes ja ein Thema für den Literaturthread. :denk


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4. Sep 2011, 04:32

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Bloom hat geschrieben:
Interessant auch die unterschiedliche Rezeption Goethes in der DDR und BRD.

Vielleicht wäre die Rezeption Goethes ja ein Thema für den Literaturthread. :denk


Du kannst gerne einen solchen Thread starten! :nick

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4. Sep 2011, 10:14

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Ich finde das eine spannende Sache und werde nächste Woche mit einigen Thesen den Thread starten. :nick


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4. Sep 2011, 10:30

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Die Rezeption von Goethes Werken ist womöglich ähnlich unterschiedlich wie die Rezeption meiner drei Reisegeschichten aus der DDR-Zeit. :cool:

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4. Sep 2011, 10:32

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Goethe erzählt auch von sich selbst in seiner Biographie "Wahrheit und Dichtung" eine merkwürdige Zeitreise in die Zukunft .

Als er von Sesenheim zurücktritt, sah er sich "mit den Augen des Geistes" entgegenreiten in ganz bestimmter Kleidung.

Als er nach Jahren das letzte Mal nach Selenheim ritt, bemerkte er auf dem Ritte durch den Wald, dass er genau so kostümiert war, wie er es Jahre zuvor gesehen hatte.


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23. Jun 2012, 17:46

 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Goethe hat sich intensiv mit Magie beschäftigt.

Das merkt man nicht nur an seinem "Zauberlehrling", sondern auch an dieser Textstelle in "Faust" in der sich der Pudel verwandelt:

Für solche halbe Höllenbrut
Ist Salomonis Schlüssel gut.

Erst zu begegnen dem Tiere,
Brauch ich den Spruch der Viere:

Salamander soll glühen,
Undene sich winden,
Sylphe verschwinden,
Kobold sich mühen.

Wer sie nicht kennte
Die Elemente,
Ihre Kraft
Und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister.

Verschwind in Flammen,
Salamander!
Rauschend fließe zusammen,
Undene!
Leucht in Meteoren-Schöne,
Sylphe!
Bring häusliche Hülfe,
Incubus! Incubus!
Tritt hervor und mache den Schluß!

Keines der Viere
Steckt in dem Tiere.
Es liegt ganz ruhig und grinst mich an;
Ich hab ihm noch nicht weh getan.
Du sollst mich hören
Stärker beschwören.
Bist du, Geselle
Ein Flüchtling der Hölle?
So sieh dies Zeichen
Dem sie sich beugen,
Die schwarzen Scharen!
Schon schwillt es auf mit borstigen Haaren.
Verworfnes Wesen!
Kannst du ihn lesen?
Den nie Entsproßnen,
Unausgesprochnen,
Durch alle Himmel Gegoßnen,
Freventlich Durchstochnen?
Hinter den Ofen gebannt,
Schwillt es wie ein Elefant
Den ganzen Raum füllt es an,
Es will zum Nebel zerfließen.
Steige nicht zur Decke hinan!
Lege dich zu des Meisters Füßen!
Du siehst, daß ich nicht vergebens drohe.
Ich versenge dich mit heiliger Lohe!
Erwarte nicht
Das dreimal glühende Licht!
Erwarte nicht
Die stärkste von meinen Künsten!;

Da kommen sehr eindrucksvoll die Elementargeister und Salomonis Schlüssel vor.
Goethe hat demnach ganz sicher mal in ein Zauberbüchlein geschaut. :mrgreen:


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23. Jun 2012, 18:12

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Frodo hat geschrieben:
Neben seine lyrischen Werken fällt mir zu Goethe ein, daß er ein - leider oft kaum wahrgenommener - Naturwissenschaftler/-forscher war. :)



Mir fällt ein, dass er nie nach Baden-Baden kam - weil an seiner Kutsche in der Nähe von Heidelberg eine Achse brach.

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Plec'h moc'h hwi Brokilien, hunvreou pell a gevrin?


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24. Jun 2012, 01:21

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 Re: Was fällt euch zu Goethe ein?
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Was fällt euch zu Goethe ein?
Egal wie dicht Du bist, Goethe war Dichter :weißnix

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Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.Konfuzius


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