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Vorislamische Religionen und Kulte in Arabien

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29. Apr 2017, 22:47

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 Vorislamische Religionen und Kulte in Arabien
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Wer hat schonmal etwas über die arabischen Religionen, Gottheiten und Kulte in der Zeit vor dem Propheten Mohammed gehört? :wiwi

Jedenfalls: Was war den so z. B.?

Zitat:
Als altarabische Gottheiten werden Göttinnen und Götter der altarabischen Religion bezeichnet, die von den arabischen Stämmen verehrt wurden, bevor sie sich zum Islam bekannten. Nach islamischer Tradition waren die ersten Araber zur Zeit von Ibrahim und seinem Sohn Ismail Monotheisten. Später aber hätten sie dem wahren Gott andere Götter beigestellt (schirk / شرك / ‚Beigesellung, Polytheismus‘) und begonnen, sie zu verehren und ihnen zu opfern. Bereits in der Sprache des Korans finden sich zwei Wörter, stets im Plural, für die Bezeichnung von Idolen: sanam, Pl. asnam / صنم , أصنام / ṣanam, aṣnām und wathan, Pl. authan / وثن , أوثان / waṯan, auṯān.


Mehr darüber: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Weiterer Auszug daraus:

Zitat:
Die Stadtgeschichte von Mekka

Das älteste erhaltene Werk über die Geschichte Mekkas geht auf Al-Azraqī († 837) zurück: أخبار مكة وما جاء فيها من الآثار / aḫbār Makka wa-mā ǧāʾa fī-hā min al-āṯār / ‚Die Geschichte der Stadt Mekka und ihre Denkmäler‘. Es ist in der Bearbeitung seines Enkels Muḥammad ibn ʿAbdallāh ibn Aḥmad al-Azraqī († 865) erstmals vom deutschen Orientalisten Ferdinand Wüstenfeld publiziert worden.[15] Der Verfasser liefert über den Götzenkult zahlreiche Nachrichten, die im mekkanischen Gelehrtenleben noch in seiner Zeit kursierten, die bei Ibn al-Kalbī allerdings nicht erhalten sind. Die legendenhaften Erzählungen über den Ursprung des mekkanischen Heiligtums in der vorislamischen Zeit werden in zum Teil kontroversen Überlieferungsvarianten und aus der Sicht des islamischen Monotheismus dargestellt.


Sehr interessant, es zu wissen, wie es in der vorislamischen Zeit so war! :wink: :nick


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30. Apr 2017, 12:33

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 Re: Vorislamische Religionen und Kulte in Arabien
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Mekka war auch schon in vorislamischer Zeit ein bedeutendes Handelszentrum.

Zitat:
Gerade die islamischen Geschichtsschreiber legen Wert darauf, Mekkas Zustand vor Mohammed in den aller düstersten Farben zu schildern. Das Handelszentrum sei "ein Pfuhl des Lasters" gewesen und die Kaaba allein Heimstatt von mehr als 300 Göttern. Da auch wir aufgrund eines christlich erziehungsbedingten Vorurteils ein Ein-Gott-System für moralisch höherwertig halten als eine pluralistische Göttergesellschaft, fällt es daher schwer, der Zeit vor Mohammed gerecht zu werden.

Mekka war eine "heilige Stadt", und das bedeutete damals wie noch heute im asiatischen Raum: Rechtssicherheit und Handelsfreiheit, etwa unserem mittelalterlichen "Burgfrieden" vergleichbar. Die Götter wachten darüber, dass auf dem Basar und um das Heiligtum die sonst üblichen Stammesfehden ruhten, und als äußeres Zeichen des Friedens waren an dem heiligen Platz alle Stammesgötter gleichberechtigt.
Die meisten Götter Mekkas waren daher Schutzpatrone arabischer Stämme. Normalerweise reisten sie unsichtbar mit den Ihren - in der Kaaba aber hinterließen sie ihr Abbild, zum Zeichen, dass sie hier gewesen und auf dem Basar im Umkreis was mitzureden hatten. Ihr Gastgeber war Hobal, Gott der einstigen Herren Mekkas. Wir wissen nicht viel über ihn, aber die Silbe "bal" im Namen des Gottes lässt vermuten, dass hier einst Lieferanten der Phönizier waren. Hobal war Mondgott, "der erfrischende, tauspendende", und außerdem Inhaber einer Kuriosität, die zu bestaunen Araber von weither kamen: Ihm gehörte ein echter Meteorit, glashart und pechschwarz, unter furchtbarem Gezisch vom Himmel gefallen.

Mit diesem erstaunlichen Stein übertraf Hobal mühelos eine Kollegin, die ebenfalls aus Phönizien zugewandert sein dürfte. Sie hieß Ellat und war aus dem Schaum des Meeres geboren. Die Griechen haben sie als Aphrodite und die Römer als Venus adoptiert. In der Wüste aber verlor die Dame ziemlich bald ihre sinnlichen Eigenschaften. Zunächst änderte sie ihren Namen in Allah und dann sogar ihr Geschlecht. Um das Jahr 300 war aus der Dame ein Mann geworden. Doch die Geschlechtsumwandlung dürfte nicht ganz zur Zufriedenheit der Gläubigen ausgefallen sein bereits kurze Zeit später zog Allah auch seinen Körper aus und wurde eine unsichtbare Gottheit. Aber auch eine undefinierbare und damit eine ziemlich unbedeutende. Allah endete als Firmengott eines Handelsunternehmens, und in dieser Funktion hatte er zahlreiche, meist wichtigere Kollegen.

Denn ein beachtlicher Teil der Götter Mekkas repräsentierten ausschließlich Firmen und Geschäftsverbindungen, etwa unseren heutigen Warenzeichen vergleichbar. Manche von ihnen waren weit gereist. Da gab es beispielsweise Siwaa, einen tanzenden Mann in einem Schlangenkreis. Er war aus Indien eingewandert, hieß dort Schiwah und war eine uralte Gottheit aller germanischen Völker. Die Griechen führten ihn als Zeus und die Germanen Mitteleuropas als Ziu. Auch der Gott Wedd zu Mekka hatte einen germanischen Verwandten ebenfalls einäugig und mit dem Namen Wotan. Sie wurden höchstwahrscheinlich von arabischen Indien Fahrern adoptiert und unterschieden sich durch ihre handfeste Körperlichkeit gründlich von ihren arabischen Kollegen, die überwiegend in Sternen verehrt wurden als Orientierungshilfen in der Wüste.

Alle Götter aber sorgten für den Umsatz Mekkas denn ihre imponierende Versammlung war ein gewaltiger Anreiz, Mekka zu besuchen - in Form einer Pilgerreise, bei der man auch seine Geschäfte erledigen konnte.


Aus (Leseversion!): Söhne der Wüste, von Hans-Georg Behr
Jugendbuch, dennoch sehr lesenswert!


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