Hallo Gast! Das Registrieren dauert kaum eine Minute und ist kostenlos! Wir freuen uns auf Dich! ;)

Anmelden |  Registrieren

Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 29 Beiträge ] 

15. Mai 2017, 16:41

 Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Angeregt durch die Diskussion zum Thema Zölibat erlaube ich mir, dieses Thema zu eröffnen. Es wäre schön, wenn wir hier unsere positiven wie negativen Erfahrungen mit Geistlichen verschiedener Konfessionen austauschen könnten. Lasst uns dabei fair bleiben und verschiedene Meinungen respektieren, auch wenn wir sie nicht teilen.

Ich bin evangelisch und kenne daher hauptsächlich evangelische Pfarrer. Einen Pfarrer aus meiner Heimatgemeinde möchte ich positiv hervorheben, denn er hatte aussergewöhnliches seelsorgerisches Geschick. Unsere Familie fühlte sich sehr mit ihm verbunden, denn er hat meine Eltern getraut, meine Geschwister getauft, meine Geschwister und mich konfirmiert und dann schliesslich meine Schwester und ihren Mann getraut. Bei unserer Hochzeit war er ebenfalls anwesend und hat die Trauansprache gehalten. Schliesslich hat er meinen Vater beerdigt. Ein menschlich sehr bemerkenswerter Pfarrer, der mir wirklich viel bedeutet.

Aber auch negative Erfahrungen habe ich: Der Pfarrer, der uns als Fünft- und Sechstklässler Religionsunterricht erteilte, war nicht so recht glaubwürdig. Wir tanzten ihm ziemlich auf der Nase herum, und sein Religionsunterricht wirkte unmotiviert und unvorbereitet. Der Mann hat seine Chance vertan.

Überdies habe ich gute Erfahrungen mit einigen methodistischen Pfarrern, die uns in schwierigen Zeiten zur Seite standen und die auch sonst eine wirklich gute Arbeit leisten. Nicht jede Predigt ist ein Volltreffer, aber die Männer treten glaubwürdig und überzeugend auf, sodass ich ihnen abnehmen kann, was sie predigen.

In einer freikirchlichen Gemeinde hingegen hat uns ein Pfarrer dermassen übel mitgespielt, dass wir seinetwegen die Gemeinde verlassen haben. Ich weiss nicht, was ihn damals dazu getrieben hat, sich so unmöglich zu verhalten, aber er hat durch ein etwas längeres Gespräch seine Glaubwürdigkeit komplett verloren. Da mochte er noch so gute Predigten halten - er ist ein brillianter Redner! -, zu ihm wollte ich nie wieder in den Gottesdienst gehen.

Nicht zuletzt kenne ich eine Pfarrerin persönlich, die es ganz weit gebracht hat: Sie ist Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen und Stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie war ein paar Jahre Pfarrerin in meiner Heimat. Als solche habe ich sie sehr geschätzt. Da sie den Kindergottesdienst leitete, in dem ich Mitarbeiter war, darf ich sie sogar duzen.


go to top Nach oben
  
 

15. Mai 2017, 17:40

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 07.2011
Beiträge: 3412
Geschlecht: männlich
 Profil  
aahimstt hat geschrieben:
...
Nicht jede Predigt ist ein Volltreffer, aber die Männer treten glaubwürdig und überzeugend auf, sodass ich ihnen abnehmen kann, was sie predigen.
...


Das ist meiner Überzeugung nach extrem wichtig.
Ich habe Priester erlebt,die sehr gut im Sinne von theologisch fundiert predigen konnten,bei denen ich aber hinterher dachte
"Tolle theologische Vorlesung,nur habe ich nichts verstanden!"
Andersherum habe ich hier im Dom einen Domvikar öfters predigen hören,der nicht unbedingt gut predigt im Sinne von stilistisch gut.
Er wiederholte sich recht oft,verzettelte sich manchmal fast und predigte eindeutig zu lang.
Aber man spürte bei jedem Satz,dass er nichts ablass oder runterratterte sondern immer wieder versuchte,dass rüberzubringen wovon ihm das Herz überquoll--die Liebe und Barmherzigkeit Gottes.


go to top Nach oben
 Profil  
 

15. Mai 2017, 18:33

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 12094
Alter: 70
Wohnort: Berlin
Geschlecht: weiblich
 Profil  
Wenn es um Weltanschauungen geht, ging es in meinem Leben wirklich bunt zu. meine Adoptivmutter Jüdin, mein Pflegevater Atheist und ich bin trotzdem christlich erzogen worden. Katholische Taufe und auch zur Erstkommunion gegangen. Die mehr oder weniger katholische Erziehung lag daran, dass ich während der West Berliner Blockade als Findelkind zu meiner späteren jüdischen Adoptivmutter und ihrem Mann kam. Sie war befreundet mit einer katholischen Religionslehrerin und sie machte es möglich , dass meine Mutter auch für mich ab und zu ein Care - Paket bekam. Aus Dankbarkeit wurde ich katholisch.

Wenn ich an den Pfarrer denke, bei dem ich zum Kommunionunterricht ging, habe ich ihn als sehr streng in Erinnerung. Nicht böse aber eine absolute Respektsperson. Er gehörte zu denen die unter Lebensgefahr während der Nazizeit jüdische Mitbürger versteckt hatte. Also muß er ein guter Mensch gewesen sein. Und somit war er für meine Mutter passend
Ich war schon 13 Jahre alt, als ich zur Kommunion ging und somit die Älteste. Viel zu lernen hatten wir nicht. Im Vergleich zu den Konfirmanden. Aber verstanden habe ich trotzdem vieles nicht.

Schlechte Erfahrungen habe ich eher mit katholischen Menschen gemacht. Und das auf einer Ferienreise nach Bayern. Organisiert vom Caritas - Verband. Da kam vor Ort irgendwie heraus, dass ich ein sozusagen uneheliches Kind war und somit für die streng katholische Gastfamilie nicht mehr tragbar. ich kam in ein katholisches Heim für "Gefallene Mädchen" wie das damals so hieß. Ich war 10 Jahre alt. Die Nonnen waren sehr nett zu mir, das kann ich nicht anders sagen. Allerdings ist mein Vater in Berlin, als er davon hörte, fast ausgerastet.
Später habe ich einen evangelischen Mann geheiratet und wir wurden auch kirchlich getraut.
Ganz viel später bin ich dann konvertiert.

Und noch viel später habe ich einen Ägypter geheiratet. Einen Moslem. Er war mit einem evangelischen Pfarrer befreundet. Unsere Tochter sang im Kirchenchor und mein Mann saß Sonntags im Gottesdienst.
Auch in Ägypten wo wir dann lebten haben wir nie Probleme mit der Religion gehabt. Wir feierten Weihnachten wie Ramadan und Probleme hatten eigentlich immer nur die Christen damit wie das wohl gut gehen konnte. Nun wir waren fast 20 Jahre verheiratet.
Mein Mann war 2007 verstorben.
Heute bekleide ich viele Ehrenämter in unserer evangelischen Gemeinde. Jeden Donnerstag gehe ich vormittags zum Seniorenfrühstück der katholischen Gemeinde, wo ich ein gern gesehener Gast bin. Organisiere auch mit denen zusammen ökumenische Feste.

Was ich damit sagen will... nichts ist mir fremder als Spießertum. Ich bin überall zu Hause. Ob bei Katholiken, Protestanten oder Moslems. Ich akzeptiere einfach alle Religionen oder Weltanschauungen. Hauptsache die Menschen sind nett und freundlich und achten einander.

Und gute Menschen gibt es überall wie eben auch nicht so gute. Aber von denen kann man sich fernhalten.


go to top Nach oben
 Profil  
 

15. Mai 2017, 19:57

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Das ist ja eine sehr bewegende Geschichte, Alpenveilchen! Vielen Dank dafür.


go to top Nach oben
  
 

16. Mai 2017, 01:10

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Eucalyptus
Registriert: 04.2010
Beiträge: 10356
Wohnort: Tropical Queensland
Geschlecht: männlich
 Profil  
Meine letzte Erfahrung ist schon lange her. Der Pfarrer der uns konfirmierte war ok. Er hatte Frau und Kinder und war verstaendnisvoll und freundlich. Er stellte uns in der Pfarrei ein Raum zur Verfuegung wo wir mit der Band ueben konnten obwohl die anderen Bandmitglieder nicht von der Gemeinde und auch nicht evangelisch waren.

Allerdings hat er mich nicht zum ueberzeugten Glauebigen gemacht. Ich war nur halbherzig dabei.

Nach der Konfirmation ging ich dann meine eigenen Wege.

_________________
Australians For A Republic - Support The Australian Republican Movement


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 09:52

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Forstrat
Forstrat
Benutzeravatar
Titel: Laird of Glencairn
Registriert: 10.2008
Beiträge: 50289
Alter: 71
Wohnort: Schwarzwald und Schottland
Geschlecht: männlich
 Profil Besuche Website  
Alpenveilchen hat geschrieben:
Wenn ich an den Pfarrer denke, bei dem ich zum Kommunionunterricht ging, habe ich ihn als sehr streng in Erinnerung.


Unser Gemeindepfarrer war nett und umgänglich.
Von ihm hatte niemand etwas zu befürchten.

Aber ich glaube, für Religion hat er sich gar nicht so interessiert. Seine Predigten hatten nie ein wirkliches Thema.

So halb im Ernst und halb im Scherz sagte man bei uns, er wäre wohl besser Maurer geworden.

_________________
Gnädigster und durchlauchtigster aller Lords der Highlands and Islands, Bezwinger des Loch-Ness-Monsters,
Freund der Stewarts, Herrscher über Caithness, Orkney and Shetland,
Fürst der Fair Isle und der nördlichen Nordsee, Lord of Inverness,
gefürsteter Herzog von Drumnadrochit, Blairgowrie and Dunkeld


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 10:26

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Gestern habe ich einen Film gesehen, den ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann: Die Herbstzeitlosen.

Aber dieser Film tut etwas, das ich für die Medienlandschaft sehr typisch halte. Er stellt den Pfarrer einer Dorfgemeinde als heuchlerisch, selbstgerecht und verlogen dar, zumal er eine heimliche Geliebte hat.

Dieses Motiv kenne ich aus weiteren Filmen und Fernsehserien. Man denke nur an den Film "Wie im Himmel", in dem auch der Pfarrer als wahrhaft widerliche Persönlichkeit charaktierisiert wird. Weiterhin ist Pfarrer Wiegandt in "Oh Gott, Herr Pfarrer" ein teilweise schwieriger Mensch; Pastor Eckholm im "Landarzt" ist auch nicht immer vorbildlich und glaubwürdig.

Ich glaube, dass das negative Bild von Geistlichen, das bei vielen Menschen vorherrscht, auch durch solche medialen Einflüsse geprägt wird und dafür sorgt, dass viele Menschen den Pfarrerinnen und Pfarrern misstrauen.


go to top Nach oben
  
 

16. Mai 2017, 10:34

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 10.2011
Beiträge: 4466
Wohnort: Schweiz
Geschlecht: weiblich
 Profil  
Diese Serien kenne ich nicht.

Aber mein Pfarrer im Konfirmandenunterricht war Spitze. AAAAber, der wusste, wie man Kinder oder Halbwüchsige nehmen muss. Er hatte selber 6 Buben!!!

_________________
Dein Gesicht hast du geschenkt bekommen, lächeln musst du selber


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 11:40

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 12094
Alter: 70
Wohnort: Berlin
Geschlecht: weiblich
 Profil  
Ja, da kam halt die Lebenserfahrung dazu. ich denke auch , dass das Klischee vom weltfremden, ewig frömmelnden Priester auch langsam der Vergangenheit angehört.Die Verknöcherten sterben langsam aus und die jungen katholischen Priester hattenin der Regel auch Sexerfahrungen und interessieren sich sehr für Fußball.
Nur noch von der Kanzel die Liebe Gottes zu predigen bringt heute keine vollen Kirchenbänke mehr. Aber Kirchen in denen es gute Jugendarbeit gibt, Sonntags eine prima Band spielt , Fahrten unternommen werden, da gibt es auch Zulauf. Gut die Alten bleiben dann vielleicht weg. Aber die sind irgendwann sowieso nicht mehr da.


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 13:05

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 10.2011
Beiträge: 4466
Wohnort: Schweiz
Geschlecht: weiblich
 Profil  
Ich bin nicht mal sicher. ob die alten Leute nicht auch viel Freude an einer lässigeren Kirche mit Musik etc. hätten.
Denn diese Bibelsprüche und das ewig gestrige, das uns schon immer gepredigt wurde, hat man doch über.
Mir geht das jedenfalls so.

_________________
Dein Gesicht hast du geschenkt bekommen, lächeln musst du selber


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 15:10

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Leider ist das Thema Musik in Gottesdienst in manchen Gemeinden ein Reizthema. Die einen schätzen es mehr, wenn die Band spielt, andere freuen sich, wenn die Orgel zum Einsatz kommt. Aber bei uns in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde ist es so, dass eher die jungen Leute mit den Augen rollen, wenn jemand Orgel spielt, als dass die älteren Gemeindemitglieder Probleme mit der Band hätten. Schade ist es, wenn Menschen nicht zum Gottesdienst kommen, weil ihnen die Musik nicht passt.


go to top Nach oben
  
 

16. Mai 2017, 16:10

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 07.2011
Beiträge: 3412
Geschlecht: männlich
 Profil  
aahimstt hat geschrieben:
Schade ist es, wenn Menschen nicht zum Gottesdienst kommen, weil ihnen die Musik nicht passt.


Aus meiner Erfahrung mit katholischen wie auch freikirchlichen Gottesdiensten ist,dass es manchmal zwei Extreme gibt.
Einmal die Leute,die meinen,im Gottesdienst müsse auf jeden Fall Orgelmusik gespielt werden und diejenigen,die auf jeden Fall eine Band haben wollen.
Beides hat dort,wo es passt,seine Berechtigung.
Bei einem Jugendgottesdienst z.B. ist eine gute (!) Band angebracht.
Mit gut meine ich Leute,die ihre Instrumente beherrschen.
Umgekehrt liebe ich sakrale Orgelmusik,z.B. von Brahms.
Und eine richtig festliche Messe,begleitet von einem Kirchenorganisten,der sein Instrument beherrscht,ist einfach schön und erhabend.
Umgekehrt habe ich bei Jugendmessen schon erleben müssen wie die Pastoralreferentin auf einer schlecht eingestimmten Gitarre "Ins Wasser fällt ein Stein" (oder "Ins Wasser fällt ein Schwein" wie wir immer sagten) klimperte und ich am liebsten den Gottesdienst verlassen hätte.


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 17:45

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 12094
Alter: 70
Wohnort: Berlin
Geschlecht: weiblich
 Profil  
billy hat geschrieben:
Ich bin nicht mal sicher. ob die alten Leute nicht auch viel Freude an einer lässigeren Kirche mit Musik etc. hätten.
Denn diese Bibelsprüche und das ewig gestrige, das uns schon immer gepredigt wurde, hat man doch über.
Mir geht das jedenfalls so.


Da ich einen Frauenkreis von sehr betagten Seniorinnen leite, weiß ich was die sich leider nicht wünschen. Einen modernen Gottesdienst. Wird ein Jugendgottesdienst geplant, sind zwar nur die Alten in der Kirche - aber nur zum Nörgeln.
Man darf allerdings nicht vergessen, dass ich hier mitten in Ostberlin sitze, wo 40 Jahre DDR die Kirche fast tot bekommen hat. Da gibt es kaum Neuzugänge. Da braucht es einen modernen aufgeschlossenen Pfarrer.


go to top Nach oben
 Profil  
 

16. Mai 2017, 17:49

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Ja, schlechte Kirchenmusik kann schonmal den Eindruck vermiesen. Bei uns spielt beispielsweise gelegentlich eine Frau Klarinette und Blockflöte. Beides klang lange Zeit etwas dürfig und ich hatte den Eindruck, dass sie dermaßen Lampenfieber hat, dass sie deswegen so schlecht spielt.

Aber was lange währt, wird endlich gut. Inzwischen spielt sie ganz ordentlich. Was ich damit sagen will: Man muss in der Kirche so offen sein, dass Anfängerinnen und Anfänger eine Chance bekommen. Ich meine, in den ersten Gottesdiensten, die ich mit der Orgel begleitet habe, war die Musik auch nicht gerade der Hammer. Aber mit etwas Routine ging es dann doch besser.

Ich leite einen Posaunenchor, der auch häufig Gottesdienste begleitet. Ich beobachte, dass wir einen Fankreis haben, der extra kommt, weil der Posaunenchor spielt. Aber es gibt auch Leute, die extra deswegen dem Gottesdienst fernbleiben. Nicht, dass wir schlecht spielen würden, aber manche Leute mögen halt keine Blechblasinstrumente, oder wir spielen ihnen schlicht zu laut.

Aber wir sind wieder vom Thema abgekommen. Schön wäre es, wenn Geistliche, Musikerinnen und Musiker und die Gemeindemitglieder untereinander toleranter und offener für anderes sein könnten.


go to top Nach oben
  
 

16. Mai 2017, 18:03

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 07.2011
Beiträge: 3412
Geschlecht: männlich
 Profil  
aahimstt hat geschrieben:
Schön wäre es, wenn Geistliche, Musikerinnen und Musiker und die Gemeindemitglieder untereinander toleranter und offener für anderes sein könnten.


Offener ja,aber offen heisst eben auch nicht einem Extrem zum Opfer zu fallen,weil man ja "modern" ist.
Natürlich ist eine Gospelmesse schön,aber jeden (!) Sonntag nur Gospelmessen,dann ist auch das irgendwann ...normal,wenn nicht sogar öde.
Interessant ist,dass in den afroamerikanischen Gemeinden die Gospelmessen nicht sonntäglicher Normalfall sind sondern fast immer Ausnahmen,etwas Besonderes.
Es ist ebenso ein Extrem wenn z.B. ein katholischer Pfarrer meint er müsse (!) "modern" sein und sich dann sein eigenes Hochgebet zusammenformuliert.
Die Liturgie besteht nicht ohne Grund in einer grundsätzlich festen,überlieferten Form.
Ich (!) finde es toll,wenn ich in Deutschland,Italien oder Venezuela eine Messfeier besuche und mich direkt wieder zurechtfinde,eben weil die Liturgie die selbe ist.


go to top Nach oben
 Profil  
 

17. Mai 2017, 10:35

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Bei uns in Siegen-Weidenau gab es früher übrigens den Fahrrad-Pfarrer. Er fuhr wann immer möglich mit dem Fahrrad zu Sitzungen und Besuchen. Als ADFC-Mitglied hat er sogar Radtouren geleitet. Da es in der Nähe von Siegen ein Dorf namens Rom gibt, bot er gerne die Touer an: "Mit dem Pfarrer nach Rom".

Als Student habe ich viele Radtouren mit ihm unternommen. Eines Samstags fuhren wir von Eitorf an der Sieg bis zur Siegmündung. Von dort sind wir mit dem Zug zurückgefahren. Zum Glück, denn der Pfarrer wäre gerne noch weiter mit mir nach Köln gefahren, und ich habe ihn davon abgehalten.

Denn an der Siegmündung steht ein Schild: Köln 5 km. Das stimmt aber nicht! Wären wir wirklich noch bis Köln gefahren, hätte das sicher zwanzig Kilometer bedeutet und der Pfarrer hätte es durch die Verspätung nicht mehr geschafft, rechtzeitig zum Wochenschlussgottesdienst um 18 Uhr in der Kirche zu sein.


go to top Nach oben
  
 

18. Mai 2017, 05:54

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 06.2016
Beiträge: 2478
Geschlecht: nicht angegeben
 Profil  
Ich habe jetzt echt überlegt ob ich hier überhaupt was schreiben soll, weil ich weis genau, das was ich zu sagen habe über die Kirche und den Priestern, hat noch nie jemanden interessesiert.

Habe ich gute Erfahrungen mit Priestern, :nick ja, Pater S. war so einer, ich hatte ihn in Religion, damals gab es das noch nicht, das du dich von dem Unterricht hättest auschließen können, weil sonst hätte ich ihn nie kennengelernt und das wäre schade gewesen, ein netter freundlicher und weltoffener Mensch, der lustig erzählen konnte und erklären, der auch nach Unterricht noch oft bei uns stand und über Themen disskutierte, ja ich glaube das für ihn dieser Glaube, dieses Priester und Pater sein in einen Kloster eine Berufung war und man merkte das er gerne unterrichtete, an diese Zeit erinnere ich mich gerne, aber es gibt auch eine andere Zeit, wo ein Priester mich geschlagen hat, mir an den Busen gegriffen hat und mich lächerlich vor meinen Mitschülern gemacht hat, wo ich ihn immer noch vor mir sehe in seinen schwarzen Gewand mit weißen Haaren, der Teufel in Person, wo wir Mädchen seine Kleidung säubern mussten und er hatte überall Fusseln, heute bin ich mir sicher, er hat sie vorher genau an bestimmten Stellen hingetan, aber wir machten das, es war besser als die Altanative, die Burschen wurden geprüft (die durften nie Fusseln entfernen) und wenn sie was nicht wussten nieder gemacht, mussten oft Dinge tun, wie z. b im Winter bei Schnee einmal über den Hof laufen, ohne Jacke und es gibt noch andere Dinge die ich hier gar nicht sagen und erzählen mag, manche Erinnerungen sind besser man holt sie nicht wieder hervor, aber dieser Priester der selber Kinder hatte(die tun mir heute noch leid)hat mir eine Vorsicht und Abneigung gegen Priester eingebleut, die nichtmal Pater S ändern konnte.

die nachfolgenden Priester die ich kennen gelernt habe und das waren einige, wir waren leider eine sehr religiöse Familie, haben meinen Blick auf Priester auch nicht gerade verbessert, die meisten hatten Frauen, außer der in einer Nachbargemeinde, der war ok, soweit ich ihn kannte, aber ansonsten haben sie gesoffen gehurt und waren geldgierig, unseren letzten Pfarrer mochte ich auch, der war zwar trockener Alkoholiker, aber er stand dazu, aber er war da, als es meiner Muttter sehr schlecht ging und er kam immer wieder mal vorbei, so etwas vergesse ich auch nicht und ich bin ihm auch dankbar dafür, denn meine Mutter ist sehr gläubig und es setzt ihr schon zu das sie nicht mehr in die Kirche gehen kann, jetzt ist sie eh so fertig, weil wir keinen Pfarrer haben :weia das meine Tochter krank ist ist für sie nicht so wichtig, aber das wir keinen Pfarrer haben, tja....


go to top Nach oben
 Profil  
 

18. Mai 2017, 10:16

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Widukind
Widukind
Benutzeravatar
Titel: Widu
Registriert: 04.2017
Beiträge: 680
Geschlecht: weiblich
 Profil  
Deine Mutter ist vermutlich schon recht alt Vampir. Sie kann sich nicht mehr ändern.
Du bist jetzt viel stärker als sie.

Deine Erfahrungen mit Geistlichen sind ja recht durchwachsen und jetzt verstehe ich Dich
und was Du sonst so im Forum schreibst viel besser. Ich selber merke im Älterwerden, dass
Erlebnisse aus der Kindheit oft nur verschüttet waren und wieder ans Licht wollen, um verarbeitet zu werden. Das müssen wir auch machen, um gut mit uns und denen, die uns nahe stehen leben zu können und nicht als alter Griesgram von dieser Welt zu gehen. :kaffee:


go to top Nach oben
 Profil  
 

18. Mai 2017, 11:23

Offline
 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Förster
Förster
Benutzeravatar
Titel: Eucalyptus
Registriert: 04.2010
Beiträge: 10356
Wohnort: Tropical Queensland
Geschlecht: männlich
 Profil  
Ich finde es in dieser Diskussion erstaunlich wie stark Geistliche von beiden Konfessionen Menschen ueber Jahrzehnte so stark beeinflussen konnten und koennen. Irgendwie frage ich mich was gibt diesen Geistlichen das Recht das Leben junger Menschen zu praegen vor allem im Negativen Sinn. Aber auch im positiven Sinn ist es bedenklich denn es ist eine Art von Gehirnwaesche wie immer man es sehen will.

Vielleicht war ich diesem Einfluss nicht zu sehr ausgesetzt oder habe mich diesem Einfluss nicht aussetzen lassen. Vielleicht hatte ich Glueck.

_________________
Australians For A Republic - Support The Australian Republican Movement


go to top Nach oben
 Profil  
 

18. Mai 2017, 11:39

 Re: Positive und negative Erfahrungen mit Geistlichen
Benutzeravatar
Highscores: 2
  
Nein, The Man from down under, eine Art von Gehirnwäsche betreibt die Kirche nicht. Sie macht Angebote, für oder gegen die sich junge und ältere Menschen entscheiden können.

Früher geschah vieles mit Zwang. Das war nicht richtig. Aber heute hat die Kirche, wie ich sie kenne, dies überwunden.

Gehirnwäsche wird in Sekten praktiziert.


go to top Nach oben
  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 29 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  



Follow widuforum on Twitter
© phpBBtema foruz.net • phpBB3 Forum von phpBB8.de Archiv | Kontakt & Rechtliches free forum hosting Smartphones und Handys Topliste GermanTop

web tracker