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Ist Religion gefährlich, überflüssig, beeinflussend?

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 98 Beiträge ] 

20. Dez 2008, 16:08

 
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Wenn einer etwas als falsch erachtet, dann hat er auch das Recht, dies offen zu sagen. Und wer das nicht toleriert, der ist eben intolerant. Mir sind Leute lieber, die ehrlich ihre Meinung sagen, als die, die zu Munde reden, um nicht anzuecken. Man kann sagen: "Ich halte Deine Meinung für falsch." Aber ein Forum zu erpressen mit Sachen wie "Dann geh ich eben, wenn der oder der hier diese Meinung sagt" ist albern. Man will dadurch andere zu etwas zwingen, und das halte ich für falsch.


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20. Dez 2008, 17:27

 
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Hallo Werner,

ich finde es immer wieder befremdlich, wenn Menschen mit dem Begriff "Toleranz" auf der Zunge Intoleranz verbreiten. Das sehe ich in Deinem Beitrag. Du willst mich hier nicht tolerieren und drohst mit Deinem Weggang aus dem Forum. Warum? Weil ich eine andere Meinung habe, als Du. Das ist Intoleranz wie sie im Buche steht.

Zur Frage "richtig" und "falsch". Du regst Dich darüber auf, daß ich meine Religion als "richtig", eine andere als "falsch" bezeichnet habe. Das hat übrigens noch gar nichts mit Toleranz zu tun, sondern mit eigener Meinung und Konsequenz.
Du kannst wohl kaum von mir verlangen, daß ich meine eigene Religion für "falsch" halte, denn wenn es so wäre, wäre das wohl kaum meine Religion. Man hat die Religion, die man selbst für richtig hält und wechselt die Religion, wenn man sie für falsch hält. Ich war vor Jahren mal Katholik und habe diese Religion für falsch gehalten. Deswegen bin ich jetzt Altheide.

Was Du willst, ist der Eiertanz: "Na ja, ich weiß nicht genau, meine Religion ist vielleicht auch falsch, andere sind es auch, oder nicht, bla bla". Nein, wer von einer Religion überzeugt ist, wer glaubt und entsprechende Erfahrungen gemacht hat, der darf durchaus von "richtig" und "falsch" sprechen. Ich als Mensch, der beide Religionen mal hatte, kann das sehr gut beurteilen. Wer dagegen sagt: "Ich weiß nicht, ob meine Religion richtig oder falsch ist", der hat in Wahrheit diese Religion gar nicht.
Ich behaupte: Menschen, die eine Religion haben (egal welche), werden diese Religion immer als "richtig" bezeichnen, und abweichende Religionen dann als "falsch" (oder "teilweise falsch" je nach dem Einzelfall).
Eine Religion, die Frauenbeschneidungen oder tierquälerisches Schächten betreibt, halte ich für falsch. Diese Handlungen übrigens werde ich auch nicht tolerieren (die Religion ohne diese Handlungen schon).

Ich stelle also fest: Jeder hat das Recht, Religionen als falsch oder richtig zu bezeichnen. Auch Du darfst gerne meine Religion als Deiner Meinung nach falsch bezeichnen. Atheisten bezeichnen meist sowieso jede Religion als falsch.

Nun kommen wir zur Toleranz: Ich muß Deine Meinung tolerieren, Du meine. Ich muß alle Religionen tolerieren, so falsch ich sie auch finde. Grenze ist für mich allerdings bei den erwähnten Scheußlichkeiten, da hört meine Toleranz auf. Auch die Religion der Menschenfresser werde ich nicht tolerieren. Denn ich bewerte die Welt nach den Werten, die ich habe, und das sind die Werte meiner Religion. Danach ist das sinnlose Quälen von Anderen nicht gestattet (ein Menschenfresser mag andere Werte haben, das sei ihm unbenommen, solange er sich bei uns an unsere Werte hält). Ich würde mich also in der Südsee nicht in Schrumpfkopfkulte einmischen, das steht mir als Gast dort nicht zu, ist deren Sache (obwohl ich es für falsch halte). Aber im eigenen Land kann ich sehr wohl dafür sorgen, daß die ethischen Werte unserer Kultur auch eingehalten werden.

Du bist aus Australien? Feiert Ihr da jetzt Weihnachten, wo doch bei Euch Sommermitte ist? Und stellt Ihr Euch da tatsächlich mitten im Sommer Tannenbäume auf, vielleicht noch mit künstlichem Schnee dekoriert?
Ich halte das für falsch. Weihnachten müßtet Ihr dann feiern, wenn bei Euch Winter ist, also am 21. 6., das wäre richtig. Und dann hätte das Symbol des Weihnachtsbaumes auch einen Sinn.
Aber wie gesagt, ich toleriere das und sage: Macht was ihr wollt. Dumm finde ich es trotzdem. Aber gegen Dummheit kämpfen ja selbst Götter vergebens.

Lichtgruß, Geza


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20. Dez 2008, 18:31

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... die Grenzen der Worte ...

... sind dort, wo man sich zurueckzieht, oder nach Alternativen sucht, mit Zensuren ihnen Grenzen setzt, oder die Haende zu Faeusten werden, Kriege sich formen koennen ...

Oder man haelt durch und setzt den Worten keine Grenzen. Aber waehlt vielleicht andere?

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20. Dez 2008, 18:54

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Werner hat geschrieben:
Wenn hier weiterhin derartige Aussagen kommen und geduldet werden, will ich hier nicth mehr mitmachen.



Das würde ich und wohl auch manch anderer sehr bedauern!
Ich fand und finde den Meinungsaustausch in diesem Thread
auch durchaus sachlich und anregend!
Selten aber wird man beobachten können, daß bei gegenteiliger
Meinung der eine dem anderen auf ganzer Linie nachgibt und
Recht gibt!
Das Wunder werden wir wohl auch im Widu kaum erleben! :wink:


.


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20. Dez 2008, 22:10

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Ich finde, bei Religionen kann man mit den Begriffen "richtig" und "falsch" gar nicht argumentieren, da niemand im Besitz der ultimativen Wahrheit ist und entscheiden könnte, was nun richtig ist oder nicht. Eine Weisheit, die Merlin zugeschrieben wird, besagt, dass es so viele Wahrheiten gibt, wie es Individuen gibt.

Meine Religion fühlt sich jetzt für mich persönlich richtig an und das ist doch entscheidend. Es ist eine ganz persönliche Sache, meine persönliche Wahrheit und eben eine Frage des Glaubens. Was für mich richtig ist, muss es doch für andere noch lange nicht sein. Und wenn sich jemand entschließt, Religion als überflüssig zu empfinden und sich auf andere Wege begibt, dann bitte schön.

Ich mag es nicht, wenn jemand "missioniert" und alle anderen ständig von seiner Meinung überzeugen will und ich mag es nicht, wenn man sich darum streitet, wer nun die Toleranz gepachtet hat. Dann ist meistens was faul. Lassen wir doch einfach jedem seine Meinung und diskutieren einfach nur Vor- und Nachteile der jeweiligen Ansichten.

Bisher haben wir zwar recht kontrovers diskutiert, aber sachlich und fair. Ich fände es schade, wenn das nun kippen würde.


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20. Dez 2008, 22:19

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Nochmals zur Klarstellung.

Ich habe nichts dagegen, dass jemand seine Relgiion für richtig findet.

Ich war jedoch geschockt zu lesen, dass Geza seine Religion als Offenbarung bezeichnet, anderen jedoch das Recht nimmt, ihre Religion ebenfalls als Offenbarung zu betrachten. Sicherlich läßt er diesen Menschen rein rhetorisch das Recht, denn er kann ja gar nicht anders. Aber indem er diese Offenbarung als falsch bezeichnet, setzt er sich und seine Religion über die Meinung anderer. Und schließlich ist jede Relgion eine Meinung und ein Glaube und kein Beweis.
Ich war geschockt, dass niemand auf diesen Umstand aufmerksam machte. Toleranz wird hier meines Erachtens vollkommen falsch ausgelegt. Und zwar einseitig. Die Meinung derer, denen man zugehört oder jedenfalls näher steht, werden toleriert, die Meinungen anderer jedoch als falsch bezeichnet.

Ich weiss nicht, ob ich mich nun gut genug ausgedrückt habe, um das zu erklären, worum es mir geht.
Selbstverständlich wird jeder Religionsanhänger seine Richtung als richtig betrachten. Aber echte Toleranz liegt erst dann vor, wenn man nicht die Meinung und den Glauben Anderer als falsch bezeichnet. Denn wie gesagt, Religion ist Glaube und bleibt Glaube und somit keine allgemeingültige Wahrheit.

Geza hat in einigen Punkten gute Ansätze, das will ich gerne akzeptieren und anerkennen. Aber in dem oben genannten Punkt ging er nach meinem Rechtsgefühl und nach meinen ethischen Vorstellungen zu weit.

Wer anderer Meinung ist, kann dies gerne sein. Nur sollte man auch jemanden gehen lassen, wenn er sich in dem gegebenen Rahmen nicht wohl fühlt. Und nicht gleich als intolerant betiteln, nur weil er eine andere Vorstellung hat.

Geza, ich lebe nicht in Australien, sondern in Neuseeland. Das ist zwar nicht allzu weit weg von Australien (2000 km), aber es ist doch ein ganz anderes Land.
Ja, die Neuseeländer feiern im Sommer Weihnachten, was ich als unpassend empfinde. Aber es ist nun mal so und die Menschen haben sich daran gewöhnt. Man stellt zwar auch hier einen Baum auf, den man bunt schmückt, aber naturgemäß ist die Winterstimmung nicht vorhanden. Weihnachten ist heir ein fröhliches Sommerfest mit Grillabenden und Strandparties. Dagegen ist nichts einzuwenden. Und nachdem weniger als die Hälfte der Neuseeländer einer Relgigion angehören und demnach auch keine Christen sind, ist der christliche Gehalt von Weihnachten ohnehin sehr gering vorhanden. Wer chrsitlich ist, wird in die Kirche gehen. Aber das ist eine kleine Minderheit.
Wir feiern Weihnachten überhaupt nicht. Denn wir sind keine Christen und somit ist auch kein Anlass, ein christliches Fest zu feiern. Wir persönlich feiern heute Abend die Sommersonnwendemit einigen Freunden am Strand und im Winter, am 21.Juni feiern wir die Wintersonnwende. Das ist unser schönstes Fest im Jahr. Wir machen dann eine Spirale aus Blättern und Zweigen und in der Mitte steht ein Kerze. Jeder Beteiligte geht dann mit einer Kerze in die Sprale, zündet in der Mitte seine Kerze an und stellt sie dann in die Spirale.
Dies ist eine Feier, die nicht religiös ist, sondern für alle offen und wir haben immer viele Gäste Gleichgesinnter zu dieser Feier. Wir feiern die Natur und die Ereignisse des Jahresablaufs, keinen Glauben.

Zu sagen, die Weihnachtsfeiern der anderen Neuseeländer sind falsch, würde ich ebenso als intolerant finden wie deine Aussage über die Offenbarung der Monotheisten. Die Worte "falsch" und "richtig" sind starke Worte, die in solchen persönlichen Dingen nicht angebracht sind. Wer so strikt trennt in richtig und falsch, der setzt sich selbst zum Richter und somit in den Mittelpunkt und macht sich selbst zum Maß aller Dinge.

Tut mir Leid, mit solchen Menschen will ich nicht diskutieren und meine Zeit verschwenden. Nicht weil ich intolerant bin, sondern weil ich keinen Sinn darin sehe, bei so krassen gegenteiligen Meinungen überhaupt irgendwo eine gemeinsame Basis zu finden.

Ich ziehe mich zurück, nicht mit Ärger, sondern weil ich mich bei Menschen wei Geza nicht wohl fühle und keinen Grund für Diskussionen sehe. Wenn ich dann noch weitere Kommentare lese, wie den folgenden, dann sehe ich meinen Entschluss noch bestätigt:

... sind dort, wo man sich zurueckzieht, oder nach Alternativen sucht, mit Zensuren ihnen Grenzen setzt, oder die Haende zu Faeusten werden, Kriege sich formen koennen ...

Kriege entstehen nicht, wenn man sich wegen Meinungsverschiedenheiten zurückzieht, sondern wenn man Menschen und ihre Meinung nach "richtig" und "falsch" einstuft und die eigene Meinung dann selstverständlich als die Richtige hinstellt. Dass hieraus Kriege entstehen, hat die Geschichte nun wirklich mehr als reichlich bewiesen. Aber noch nie ist ein Krieg entstanden, wenn sich jemand zurückzieht!!!
Und eine Zensur habe ich nicht verlangt. Lediglich ein Zugeständnis, dass Verhaltensweisen, wie sie Geza zeigte, nicht angebracht sind und man so etwas nicht für gut heissen will oder dass so etwas in einem Forum, das sich für Freiheit einsetzt und für alle Glaubensrichtungen offen sein will nicht angebracht ist. Mehr wollte ich nicht. Es liegt mir fern, Regeln z.B. Zensur) für euer Forum zu fordern. Es ist nicth mein Forum, Ich war einige Tage mit dabei, aber es ist nicht mein Forum. Bitte akzeptiert dies!
Ich habe mich mit einigen Teilnehmern gut unterhalten. Aber die Mehrheit ist offensichtlich auf einer anderen Denkschiene.

Schöne Grüße
Werner

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Ich weiß, dass ich nicht weiß


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20. Dez 2008, 22:22

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Werner, überleg Dir das bitte nochmal! Du bist jetzt vielleicht
sauer, aber wir würden Dich vermissen! :knuddel


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20. Dez 2008, 23:02

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Ich fände es auch schade, aber wenn es denn so sein soll...


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21. Dez 2008, 00:02

 
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Tarania hat geschrieben:
Ich finde, bei Religionen kann man mit den Begriffen "richtig" und "falsch" gar nicht argumentieren, da niemand im Besitz der ultimativen Wahrheit ist und entscheiden könnte, was nun richtig ist oder nicht.

Es geht hier ja auch nicht um objektive, beweisbare Wahrheit, sondern um individuelle Wahrheit. Ein Forscher kann von seiner Theorie überzeugt sein, sie als Wahrheit ansehen und die Theorien seiner Kollegen als falsch (und umgekehrt). Die objektive Wahrheit dagegen ist eine andere Sache. Der eine oder die andern kann Recht haben, man weiß es nicht.

Werner hat geschrieben:
Nochmals zur Klarstellung.
Ich habe nichts dagegen, dass jemand seine Relgiion für richtig findet.

Das klang aber vorhin anders.

Zitat:
Ich war jedoch geschockt zu lesen, dass Geza seine Religion als Offenbarung bezeichnet, anderen jedoch das Recht nimmt, ihre Religion ebenfalls als Offenbarung zu betrachten.

Ich nehme keinem irgendein Recht, ich bin sogar überzeugt, daß Teile der Genesis Offenbarungen sind. Aber ich sehe auch, daß sie durch Menschen willkürlich verfälscht wurde und deswegen insgesamt eben ziemlich falsch geworden ist. Aber ich billige allen zu, das für sich anders zu sehen.

Zitat:
Aber indem er diese Offenbarung als falsch bezeichnet, setzt er sich und seine Religion über die Meinung anderer.

Die Richtigkeit einer Religion wird nicht durch Mehrheitsbeschluß festgestellt.
Natürlich setze ich (für mich) meine Religion über die von Anderen, denn sonst hätte ich sie ja nicht. Die andern tun das übrigens auch, nur umgekehrt. Ein Christ wird meine Religion nicht als "wahr" ansehen.

Zitat:
Und schließlich ist jede Relgion eine Meinung und ein Glaube und kein Beweis.

Religionen kann man nicht mit naturwissenschaftlichen Regeln beweisen. Man hat schon bereits Probleme damit, die Geisteswissenschaften mit den Regeln der Naturwissenschaften zu untersuchen. Mathematische Gesetze nützen nichts, wenn man eine Philosophie studieren will. Und also gelten für Religionen auch andere Regeln. Der Arzt ist schlichtweg unterqualifiziert, wenn er die Heilmethoden eines Schamanen beweisen sollte und umgekehrt kann der Schamane nichts über die Schulmedizin sagen. Aber der Arzt könnte (theoretisch) Schamane werden und wäre dann qualifiziert. Religion ist also nach den Regeln der Schulwissenschaft nicht beweisbar, nach ihren eigenen Regeln aber schon.

Zitat:
Die Meinung derer, denen man zugehört oder jedenfalls näher steht, werden toleriert, die Meinungen anderer jedoch als falsch bezeichnet.

Bitte lerne einmal, zwischen Meinung (d. h. persönliche Einordnungen z. B. in "richtig, falsch") und Toleranz (Duldung einer abweichenden Meinung) zu unterscheiden. Das sind zwei paar Schuhe. Toleranz bedeutet nicht, etwas für richtig halten zu müssen, sondern bedeutet, es zu dulden (zuzulassen, nicht zu unterdrücken), egal was man davon hält.

Zitat:
Und nachdem weniger als die Hälfte der Neuseeländer einer Relgigion angehören und demnach auch keine Christen sind, ist der christliche Gehalt von Weihnachten ohnehin sehr gering vorhanden. ... Wir feiern Weihnachten überhaupt nicht. Denn wir sind keine Christen und somit ist auch kein Anlass, ein christliches Fest zu feiern.

Weihnachten ist ein heidnisches Fest, daß heute auch Christen feiern. Warum wohl hat noch vor 50 Jahren der Vatican gegen Weihnachtsbäume gewettert?

Zitat:
Wer so strikt trennt in richtig und falsch, der setzt sich selbst zum Richter und somit in den Mittelpunkt und macht sich selbst zum Maß aller Dinge.

Ja, das macht jeder. Es geht hier schließlich um meine eigene Meinung und mein Recht, etwas anderes als richtig oder falsch anzusehen. Ich bin nämlich kein Politiker, der es allen Recht machen muß. Ich rede hier auch nur als Privatperson und äußere nur meine Meinung.

Zitat:
Tut mir Leid, mit solchen Menschen will ich nicht diskutieren und meine Zeit verschwenden.

Nun, da warst Du etwas voreilig, denn Sonntag ist der Beginn des 12-tägigen heidnischen Weihnachtsfestes (Julfest, Wintersonnenwende) und da schreibe ich sowieso nicht in Foren.

Zitat:
Kriege entstehen ... wenn man Menschen und ihre Meinung nach "richtig" und "falsch" einstuft und die eigene Meinung dann selstverständlich als die Richtige hinstellt. Dass hieraus Kriege entstehen, hat die Geschichte nun wirklich mehr als reichlich bewiesen.

Ich habe noch keinen Krieg begonnen. Nein, Kriege entstehen nicht, wenn man seine Meinung hat, sondern allein, wenn man den Andern nicht toleriert. Nur dann.

Und nun genug dazu, das Julfest bedeutet auch, Feindschaften ruhen zu lassen.

Lichtgruß,
Geza


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21. Dez 2008, 10:09

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Hier sage ich nur eines - man denke an die Ringparabel aus Lessings Nathan der Weise!

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21. Dez 2008, 10:11

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Pan hat geschrieben:
.... die Ringparabel aus Lessings Nathan der Weise!


Genau. Die ist immer wieder neu aktuell! :thumbsup :thumbsup

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19. Feb 2010, 10:33

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Tannenzäpfle hat geschrieben:
Das sind interessante Fragen! Auch ich denke oft darüber nach.
Nur um jetzt tiefer darauf einzugehen bin ich zu müde, muss erst einmal darüber schlafen.


Und was meinst du nun heute dazu? :wiwi

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19. Feb 2010, 14:32

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lessing angesichts der heutigen politischen Verhältnisse sein Stück nochmal so schreiben würde wie damals, schon gar nicht die Ringparabel. Der Islam steckt in einem Dilemma, denn er ist rückwärtsgewandt und kann sich dennoch der Moderne nicht entziehen. Nach wie vor gibt es keine Trennung von Religion und Gesetzgebung. Es wäre denkbar, dass Lessing sich heute eher mit diesen Problemen beschäftigen würde.


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19. Feb 2010, 14:52

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Nun, wenn Moslems auch die Ringparabel verinnerlichen könnten, wie jener Saladin in Lessings Drama - dann wäre schon viel geholfen ....

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20. Feb 2010, 06:58

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In der Schule mußten wir die Ringparabel auswendig aufsagen - aber was nutzt das, wenn Angehörige anderer Religionen sie niemals kennenlernen?


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20. Feb 2010, 07:09

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Es gibt genug fundamentalistische Christen, die auch heute noch gegen die Ringparabel sind ....

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20. Feb 2010, 12:10

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Ilonka hat geschrieben:
In der Schule mußten wir die Ringparabel auswendig aufsagen - aber was nutzt das, wenn Angehörige anderer Religionen sie niemals kennenlernen?

Natan der Weise war natuerlich ein Jude, und er ist es, der die Parabel erzaehlt.
Die Israeliten hat nie interessiert, welchen Gott oder Goetter andere Voelker anbeteten. Urspruenglich glaubten sie, dass die Goetter der anderen Voelker auch existierten, so hatten die Philister den grausamen Baal, der Kinderopfer forderte. YHVH hatte die Israeliten auserwaehlt und hatte mit andern Voelkern nichts zu tun. Es war keine Frage welche Religion richtig war, alle waren es. Jedes Volk hatte seine Gottheit oder Goetzen.

Deswegen beteten die meisten unter ihnen - sogar Koenig Salomon - sicherheitshalber auch andere Goetter an, vor allem da man diese als Goetzenbilder vor sich haben konnte, waehrend YHWH unsichtbar blieb, sich nie photographieren liess und Bilder von sich strengstens verbot.

Was die Juden verbitterte war, dass andere Religionen ihren YHWH uebernahmen und ihn vollkommen veraenderten, wobei der Islam sich noch ziemlich an das bekannte Vorbild hielt, waehrend die Christenheit in Wirklichkeit einen anderen Gott schuf. Es waere halb soschlimm gewesen, wenn die Christen die Juden weiterhin ihren YHWH ungeaendert gelassen haetten, jedoch bestanden erstere auf ihre Version, die vollkommen neu war, waehrend die juedische schon ueber tausend Jahre existiert hatte.

Fuer den Gott der Israeliten war das Leben auf Erden das wahre Leben, waehrend bei den Christen es nur Vorbereitung auf das naechste ist.
Der Herr gibt denen, die ihre Eltern ehren, ein langes Leben auf Erden, was den Christen (gemaess der Lehre) ziemlich unwichtig ist.
Die Hoelle spielte keine Rolle bei den Israeliten,;wenn sie darueber redeten, dann war es nur ein Platz wo gefallene Engel wohnten.
Der Herr belohnte einen guten Menschen hier auf Erden mit Reichtum, waehrend bei den Christen Reichtum als Suende erklaert wurde.

Christen zerbrechen sich viel den Kopf ueber das naechste Leben, waehrend Juden darin Agnostiker sind: Sie versuchen garnicht erst sich darueber den Kopf zu zerbrechen, obwohl hin und wieder jemand eine Meinung darueber aeussert, die jedoch nicht offiziell anerkannt wird.
Jeder Jude hat das Recht sich dareuber seine eigene Meinung zu bilden./size]


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20. Feb 2010, 12:53

 
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ruven hat geschrieben:
Was die Juden verbitterte war, dass andere Religionen ihren YHWH uebernahmen und ihn vollkommen veraenderten, wobei der Islam sich noch ziemlich an das bekannte Vorbild hielt, waehrend die Christenheit in Wirklichkeit einen anderen Gott schuf. Es waere halb soschlimm gewesen, wenn die Christen die Juden weiterhin ihren YHWH ungeaendert gelassen haetten, jedoch bestanden erstere auf ihre Version, die vollkommen neu war, waehrend die juedische schon ueber tausend Jahre existiert hatte.

Christen zerbrechen sich viel den Kopf ueber das naechste Leben, waehrend Juden darin Agnostiker sind: Sie versuchen garnicht erst sich darueber den Kopf zu zerbrechen, obwohl hin und wieder jemand eine Meinung darueber aeussert, die jedoch nicht offiziell anerkannt wird.
Jeder Jude hat das Recht sich dareuber seine eigene Meinung zu bilden./size]


Wieso haben die Christen den Gott der Juden übernommen und verändert? Sie haben doch Jesus als Gott genommen als Teil der Heiligen Dreifaltigkeit.

Das kann ich mir nicht gut vorstellen, dass die Juden nie daran denken, was nach ihrem Tod sein wird? Darüber denkt doch jeder Mensch nach.
Für mich ist das sehr wichtig, denn das Jenseits ist für mich die Heimat, hier bin ich nur auf Besuch.


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20. Feb 2010, 13:09

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Ja, Waldveilchen, Du kannst Dir vielleicht den Kopf darueber zerbrechen, aber Du kannst, solange Du lebst, nie herausfinden was stimmt. Die Juden glauben, dass sie auf Erden ihre Pflicht zu erfuellen haben. Manche Juden haben dennoch Ansichten ueber die naechste Welt, aber da nichts darueber vorgeschrieben ist, hat jeder, der darueber nachdenkt, andere Ansichten, auf denen er jedoch nicht unbedingt besteht und die fuer die Religion nicht massgeblich sind.

Jesus ist von den Juden nicht anerkannt. Der Messias, den ihre Propheten erwarteten, war ein kriegerischer Typ, der die Juden von allen ihren Unterdrueckern -Roemer, Griechen, Perser und die der Neuzeit - erloesen wuerden.
Die Juden glauben nicht an Erbsuende und dass der Mensch - egal was er macht - ein Suender sei. Erst wenn er wirklich eine Missetat begeht ist er ein Suender.
Also verstehen Juden nicht, warum es noetig sei, dass jemand die Suenden der Welt auf sich nehme.
Die ersten Anhaenger Jesus waren Juden, die ihn lediglich als Reformator sahen und einfach eine neue Sekte eroeffneten.


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23. Okt 2011, 07:51

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 Re: Ist Religion gefährlich, überflüssig, beeinflussend?
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Ist Religion gefährlich, überflüssig, beeinflussend?

In Afghanistan und im Gaza-Streifen usw. scheint mir Religion eine durchaus gefährliche Sache zu sein.

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