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Erzählt ihr mal etwas über eure Großeltern?

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17. Feb 2009, 13:46

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 Erzählt ihr mal etwas über eure Großeltern?
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Von meinen 4 Großeltern habe ich nur die Mutter meiner Mutter noch lebend erlebt.

Mein Großvater väterlicherseits war schon im Ersten Weltkrieg zu alt für die Armee.

Von ihm wird erzählt, dass er nach 1933 noch eine Weile geheime Treffen der Zentrums-Partei usw organisiert hat, in Oppostion zu der NSDAP.

Er ist dann aber schon 1937 gestorben - hat den Krieg nicht mehr erlebt ....

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17. Feb 2009, 14:42

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Titel: Widu
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Meine Oma wurde 1912 Geboren. Sie war die Älteste von insgesamt 8 Mädchen, wobei 2 sehr früh starben. Ihre Zwillingsschwester z.B. kurz nach der Geburt.

Sie hatte eine große Liebe, konnten diesen Mann aber nicht heiraten, da seine Familie gesellschaftlich einen besseren Stand hatte und es nicht wünschte. Sie heiratete dann meinen Opa, weil ihr Vater sie dazu drängte. Sie hatte ihn auch sicherlich lieb gewonnen, doch selbst im Sterbebett mit 95 Jahren trauerte sie noch ihrer Liebe nach.

Während des Krieges stand sie eines Tages vor ihrem Haus als sie Kriegsflugzeug sah. Sie dachte es seien Deutsche und so winkte sie ihm zu. Aber es waren Amerikaner und die begannen zu schießen. Dankenswerter Weise schaffte sie es noch rechtzeitig in Sicherheit.

Im Laufe ihres Lebens sah sie wie die Elektrizität und das fließende Wasser in die Häuser kam. Sie hat das erste Auto durch ihr Heimatdorf fahren sehen, hat zwei Währungsunionen erlebt, zwei Weltkriege überlebt, 3 Kinder geboren, 8 Enkelkinder und 14 Urenkelkinder bekommen.

Sie hat sich nie aufgedrängt, sie hat sich nie beklagt, meiner Meinung nach war sie sehr tolerant und weise und stark.

Sie starb letzten Dezember nach einem harten, langen aber auch sehr glücklichen und liebevollen Leben im Kreise ihrer Familie.


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17. Feb 2009, 14:42

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Titel: Fraya
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Meine Großeltern lernten sich in der Forstschule in Reichenstein/Schlesien (Zloty Stok)
kennen. Sie war dort Schreibkraft im Büro und er ein junger, schneidiger Forstschüler
in Uniform!
Als Kind habe ich später fast alle meine Ferien bei ihnen im Fortshaus verbracht.
Wie lang das schon her ist...*seufz*
Inzwischen sind beide schon längst gestorben. Aber diese Fortstschule habe ich
schon persönlich besucht!


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17. Feb 2009, 16:18

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Mein Grossvater vaeterlicherseits war einer der ersten Lockfuehrer der damals neu erstellten Jungfraubahn im Berner-Oberland ... spaeter zogen beide nach Laufenburg am Rhein, wo ich auch meine ersten Jugendjahre verbrachte.

Die Grosseltern muetterlicherseits kamen ebenfalls aus einer Bauernfamilie im Fricktal. Grossvater war Lehrer, Grossmutter engagierte sich fuers Rote Kreuz.

Alle hab ich erlebt und hatte mit ihnen (fast :mrgreen: ) immer eine gute Zeit.

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17. Feb 2009, 19:57

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Baum
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Meine Großeltern väterlicherseits sind schon lange vor meiner Geburt gestorben. Mein Opa war Bäcker und meine Oma Weißnäherin. Sie hatten 5 Kinder. Mein Vater war der zweite Sohn.Der jüngste Sohn fiel im zweiten Weltkrieg und die älteste Tochter starb mit ihrer Tochter als eine Luftmine den Bunker traf, in den sie geflüchtet waren.
Meine Großeltern mütterlicherseits habe ich noch kennengelernt. Mein Opa war Schuhmacher und meine Oma vor der Heirat Li:ewerfrau - ein typischer Frauenberuf unserer Stadt in der damaligen Zeit (Ende 19. Jahrhundert.) Sie trug in einem Korb auf ihrem Kopf fertig geschliffene Messer, Scheren oder andere Stahlwaren von den Schleifkotten an der Wupper in die Fabriken in der Stadt und brachte auf dem Rückweg neue Rohware mit. Das waren stundenlange Fußmärsche durch den Wald die Berge hinauf und wieder hinab mit schwerer Last auf dem Kopf. Aber die Frauen trugen freihändig und viele verdienten sich noch ein Zubrot, indem sie unterwegs Socken strickten, wobei sie das Wollknäuel unter den Arm geklemmt trugen.
Mein Opa war als Geselle auf Wanderschaft aus dem Sauerland in unsere Stadt gekommen, lernte meine Oma kennen und wurde sesshaft. Sie hatte sich mit ihrer Arbeit ihre Aussteuer verdient.
Sie hatten vier Kinder, von denen das zweite bereits vor der Geburt des dritten - meiner Mutter (1904 geboren) - an einer Kinderkrankheit verstarb. Ihr ältester Sohn musste im ersten Weltkrieg Soldat werden. Zum Glück hat er überlebt.

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17. Feb 2009, 23:02

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Baum
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Ich kenne nur die Mutter meines Vaters und den Vater meiner Mutter.

Mutters Mutter ist gestorben, als Mutter 7 Jahre alt war. Danach bekam sie eine Stiefmutter. Die kannte ich allerdings auch noch.
Sie starb 1973 mit 85 Jahren. Mutters Vater war Glasbläser in der Glashütte in Nienburg/Weser. Dort wurden Biergläser und Flaschen noch mit dem Mund geblasen. Er starb 1974, auf den Tag genau 1 Jahr nach seiner Frau, mit 88 Jahren.
Er war natürlich auch im Krieg - Musketier im 1. WK (das Soldbuch habe ich noch) und wird auch im 2. WK gewesen sein.

Vaters Vater ist drei Monate nach meiner Geburt tödlich im Straßenverkehr verunglückt. So habe ich ihn natürlich nicht mehr bewußt wahrnehmen können.
Vaters Mutter verstarb 1969 und war keine 80 Jahre alt.

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18. Feb 2009, 16:15

 
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Ich kannte meine Großeltern nicht persönlich. Aber als ich 30 wurde, habe ich es geschafft, den unbekannten Vater meiner Mutter zu entdecken und ihn auch zu besuchen. Leider war er da schon sehr alt und krank. Aber wir haben uns beide sehr gefreut. Ich konnte das erstemal in meinem Leben "Großvater" zu jemandem sagen. Das war schon sehr ergreifend. Er hatte damals einen Schlaganfall und konnte nicht mehr richtig sprechen. Ich mußte ihm erklären, wer ich überhaupt bin. Er wußte ja gar nichts von meiner Existenz. Aber er war sehr gerührt und ich auch. Die Begegnung werde ich nie vergessen. Und auch nicht seine tränengefüllten, strahlend blauen Augen.


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18. Feb 2009, 20:25

 
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Zu den Eltern meines Stiefvaters gab´s weniger Kontakt. Als Steppke war oft zur Birnenernte dort. Der Opa hat mir die Schachregeln erklärt.
Die Großeltern hatten noch einen Stall im Garten mit Hühnern und Schweinen. Selbstversorger im Pott. Später wurde es ne Garage.

Bei den anderen Großeltern bin ich aufgewachsen. Opa war und ist mein Held, auch wenn der Schnaps, Bier und Zigarren ihm viel Probleme bereitet haben. Vielleicht war´s auch der Krieg. Da ist er über Frankreich und Griechenland bis kurz vor Stalingrad geschickt worden.

Danach hat er in einer Kaserne der Engländer als Tischler gearbeitet. Dort habe ich ihn oft besucht. War klasse zwischen all den Schoko-Soldaten (die hatten im Schoko in der Tasche) und Panzern.
Dann hat er sich recht früh die Finger einer Hand abgeschnitten, dumm, dass der andere Arm fast steif aus dem Krieg zurück gekommen ist.

Die Beiden sind erst in den letzten Jahren gestorben. Die Leber von Opa hat doch über 90 Jahre ihren Dienst getan.

Die beiden konnten nie miteinander aber auch nicht ohne den anderen.

Ach ja und wandern waren wir, wandern, wandern, wandern ... wenn ich Langeweile hatte, hat Opa die Bälle eingesammelt, die ich so herumgeworfen habe (habe ich natürlich nur aus Erzählungen). Das er mich aber ständig auf den Schultern getragen hat, ist unvergesslich, wie die gemeinsamen Stunden im Garten, in den Obstbäumen.

Mein angeheirateter Opa ist fast 100 geworden und war dickköpfiger aber auch ganz knuffiger Wirbelwind. Er liebte seinen Garten über alles.



Ach ja, der alte Brummbär - mein Opa - war als Dortmunder doch tatsächlich Schalke-Fan.


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3. Mai 2009, 06:48

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Waldschrat hat geschrieben:

Dort habe ich ihn oft besucht. War klasse zwischen all den Schoko-Soldaten (die hatten im Schoko in der Tasche) und Panzern.




Das erinnert mich an ein Stück von G. B. Shaw:

Zitat:
Das Theaterstück spielt während des Serbisch-Bulgarischen Krieges im Jahre 1885. Der in serbischen Söldnerdiensten stehende Schweizer Artilleriehauptmann Bluntschli flieht vom Schlachtfeld und gerät dabei in das Haus von Raina, der Verlobten seines Gegners Sergius.

Raina versteckt den offenbar harmlosen Mann, der aus seiner Kriegsunlust kein Hehl macht und „wie jeder erfahrene Soldat“ in seiner Patronentasche lieber Schokolade als Munition mit sich trägt. Weil ihm erstere aber gerade ausgegangen ist, versorgt Raina ihn mit Nachschub und borgt ihm für die Flucht eine Uniformjacke. Als der Hauptmann diese am nächsten Tag zurückbringt ist Sergius bereits im Triumph aus der Schlacht zurückgekehrt, und nun fordert er Bluntschli zum Duell. Das weiß dieser jedoch zu verhindern, indem er droht, den wahren Verlauf der Schlacht zu verraten, dass Sergius nämlich nur gewonnen habe, weil Bluntschlis Kanone versagte.

Weil die fesche Magd „Louka“ schon seit einiger Zeit Rainas Misstrauen in den alten Haudegen geschürt hat, finden letztlich Bluntschli und Raina zusammen, die Magd bekommt ihren Sergius, und somit endet alles in Wohlgefallen.


*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Deutsch heißt das Stück auch manchmal "Der Schokoladen-Soldat".

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3. Mai 2009, 08:23

 
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Meine Oma war aus Idstein, mein Opa aus Wehen. Opa war Schlosser (nach dem Umzug nach Hersfeld hat er dann in der selben Firma gearbeitet, in der mein Mann heut auch ist).
Oma war glaub ich immer "nur" Hausfrau. Leider sind beide schon ein paar Jahre tot. Mit denen hatte ich sehr engen Kontakt, denn sie haben im gleichen Haus wie meine Eltern (und damit natürlich auch ich) gewohnt.

Die Omma väterlicherseits war aus Oberhausen, demnach hab ich sie auch nicht so oft gesehen, allenfalls zu Familienfeiern. Leider ist sie noch früher gestorben, ich glaub mein Bruder war grad so 5 Jahre, müsste also 20 Jahre her sein. Und diesen Opa hab ich leider nie kennengelernt, ich glaub meine Mutter auch nicht mehr.


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8. Mai 2009, 04:48

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Bei uns ist es so:

Meine Söhne haben den einen Opa noch kennengelernt - den anderen nicht mehr.

Er war Geburtsjahr 1895 - hat im Ersten Weltkrieg gekämft - für den Zweiten Weltkrieg war er dann zu alt ....

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Gnädigster und durchlauchtigster aller Lords der Highlands and Islands, Bezwinger des Loch-Ness-Monsters,
Freund der Stewarts, Herrscher über Caithness, Orkney and Shetland,
Fürst der Fair Isle und der nördlichen Nordsee, Lord of Inverness,
gefürsteter Herzog von Drumnadrochit, Blairgowrie and Dunkeld


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17. Jul 2009, 03:56

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Widukind
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Oh, tolle Frage!
Meinen Opa väterlicherseits hab ich nie kennengelernt. Seine Frau, meine Oma, lebte im Nachbarort mit ihrer Tochter und deren Kindern. Ich war zwar ihre einzige Enkelin aber sie hatte mit mir nicht viel am Hut. Zu meinen Geburtstagsfeiern erschien sie nur, weil mein Vater sie regelrecht dazu nötigte. Bei ihrer Beerdigung hab ich als einzige keine Träne vergoßen. Sie war 94 Jahre alt geworden, hatte nie eine Lesebrille gebraucht, war bis zuletzt gut zu Fuß gewesen- und hatte seit 15 Jahren ständig gejammert "Wenn ich doch bloß sterben würde!" Meine andere Oma war mit 62 wegen eines Ärztefehlers einen schlimmen Tod gestorben. Und meine Mutter mußte sich dann bei jeder Gelegenheit von ihrer Schwiegermutter diesen Satz anhören. Das war grausam.
Mein Opa mütterlicherseits starb für meine Begriffe ebenfalls viel zu früh, ich war gerade erst 11. Heute hätte ich so viele Fragen an ihn!
Er war ein großer, schlanker Mann mit dunkelblonden Haaren und blauen Augen. Im 2. Weltkrieg zog er als Soldat mit seinem Pferd durch Europa. Dabei bekam er Malaria, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte. Er wollte immer Eisenbahner werden wie sein Vater. Doch dieser verbot es. Und so wurde mein Opa Maschinenbau- Ingenieur. Aber sein Leben lang war er im Herzen ein Eisenbahner. Er war unheimlich gut in "Erdkunde"! Meine Mutter erinnert sich noch an eine Begebenheit aus ihrer Kindheit: Wann immer sie in "Heimatkunde" etwas nicht wußte, war mein Opa außer sich. Irgndwann wollte sie es wissen: Sie und ihr Bruder setzten sich mit einem Atlas hin und suchten sich von all den Orten in Deutschland einen heraus, von dem sie sich sicher waren, daß mein Opa ihn nicht kannte. Dann fragten sie ihn danach. Und er wußte genau, wo der Ort lag. Danach war meine Mutter ziemlich deprimiert...
Ein Kriegskamerad erzählte mir mal, daß mein Opa meiner Oma während seiner Soldatenzeit jeden Tag einen Brief geschrieben hatte.
Mein Opa kannte sich auch extrem gut mit Tieren aus, und er mochte Pferde sehr. Das hab ich wohl von ihm geerbt.
Er liebte auch die Berge, die Zugspitze war sein liebster Berg.
Er war für jeden Spaß zu haben und überall beliebt. Als er starb, schrieb ich ihm noch etwa 1 Jahr lang Briefe. 2 Wochen vor seinem Tod hatte ich mich in einem Reitverein angemeldet, und in diesen Briefen erzählte ich ihm all das, was meine Eltern nicht wissen wollten. Die Briefe legte ich in seiner geliebten Gartenlaube auf den Tisch. Ich war mir ganz sicher, daß er sie irgendwie las. Meine Eltern verboten es mir schließlich.
Meine Oma, seine Frau, war Näherin. Sie konnte jede Art von Handarbeit, Sticken, Stricken, Häkeln, Klöppeln, ...
Sie war, soweit ich mich erinnere und gehört habe, eine herzensgute Frau. Nach ihrem Hochzeitskleid zu urteilen, daß immer noch existiert, war sie extrem zierlich. Als sie etwa 60 war, wurde aufgrund einer Falschverordnung eines Medikaments ihr Gehirn beschädigt, ich war damals erst 8 und hab den ganzen Zusammenhang nicht so ganz verstanden. Aber ich weiß noch, daß sie sich irgendwie geistig zum Kleinkind und dann zum Baby zurück entwickelte. Manchmal schien sie sich kurz zu erinnern, dann weinte sie bitterlich und versuchte verzweifelt etwas zu sagen, aber das geschah nur sehr selten. So manches Mal lief mein Opa weinend aus dem Haus, weil er es nicht mehr ertragen konnte. Schließlich konnte sie nicht mehr atmen und starb, in den Armen meines Opas.

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"I do not have the talent of conversing easily with people I have never met before."
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17. Jul 2009, 09:40

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Das ist eine sehr traurige Geschichte Amber.

Ich habe meine Grosseltern leider nie gekannt weil sie durch Krankheit zu früh gestorben sind. Nur mein Grossvater väterlichseits habe ich gekannt. Er wurde 93 Jahre alt. Mein Vater hatte aber den Kontakt zu ihm abgebrochen und so war das dann auch für mich leider so.

Mein Vater starb dann noch vor dem Grossvater, trotzdem war es nicht mehr so wie ich das gerne gewünscht hätte.

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17. Jul 2009, 10:10

 
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17. Jul 2009, 20:00

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Wenn ich diese Beiträge so lese, bekomme ich Hühnerhaut. Was doch unsere Vorfahren alles erleben mussten ist einfach schrecklich.

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18. Jul 2009, 17:51

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Baum
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Nach den Beschreibungen ueber das Leben ihrer Grosseltern muessen die Verfasser der Beitraege auch ungefaehr die gleiche Generation sein. Ich schliesse mich da mal mit ein.
Meine Grosseltern hatten auch ein sehr schweres Leben, viel Arbeit, wenig Geld. Trotzdem, oder auch gerade deswegen, war ihre Lebensfreude groesser als bei so manchen heutigen Zeitgenossen. Sie beherrschten das Leben und nicht umgekehrt.
Mich beschaeftigt bei den Beitraegen und meinen eigenen Erinnerungen vor allem die Frage: Was nehme ich dafuer mit fuer mein eigenes Leben?
Es ist vor allem Respekt vor den Menschen!


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5. Aug 2009, 19:04

 Starke Menschen eine schöne Seite
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Meine Oma mütterlicherseits heiratete kurz vor dem 1. Weltkrieg bekam 2 Kinder und gleich die Mitteilung, daß sie nun Witwe ist. Sie lernte wieder einen Mann kennen, wurde schwanger und der Mann verschwand. Das machte wohl damals ihre soziale Stellung schwierig. In den dreißigern heiratete sie wieder, bekam noch 3 Kinder und er zog in den Krieg. Kam auf Heimaturlaub und schwängerte sie wieder. Essen wurde ausgebombt und sie floh mit allen Kindern hochschwanger - bis auf die Älteste, welche kurz darauf an Leukemie starb. Meine Oma hat in 2 Kriegen und Wirtschaftskrise und Nachkriegszeit ganz alleine sieben Kinder großgezogen - sogar als Clofrau schlug sie sich durch. Mit dem Leiterwagen zog sie über die Dörfer in Schleswig Holstein um bei den Bauern Eßbares zu tauschen, so hat es mir meine Mutter erzählt. Ihr zweiter Mann wurde nach dem Krieg für verschollen erklärt. Kurz bevor sie ihre Kriegerwitwenrente bekommen sollte verstarb er in der DDR, wo er abgetaucht war um sich Verpflichtungen nicht stellen zu müssen. So war also auch mit Rente nichts. In den Sechzigern war ich manchmal bei ihr in den Ferien. Nie hat sie über irgendetwas geklagt. Sie arbeitete wieder als Klofrau, weil die Rente selbstverständlich nicht reichte. Später halfen ihr dann ihre Kinder, von denen die Hälfte mit ihr im Streit lag. Sie starb hochbetagt mit über 90 Jahren, bis zuletzt körperlich völlig fit und geistig rege. Es war nur schwierig, ihr innerlich sehr nahe zu kommen. Nicht, daß sie nicht herzlich gewesen wäre. Viel später habe ich erst verstanden, wie schwer es für sie gewesen sein muß, wieder Vertrauen zu jemandem zu haben. Schade, daß ich nie die Gelegenheit ergriffen habe, sie mehr über diese unruhigen Zeiten zu fragen. Aber wir wohnten zu weit weg. Ich habe sie sehr gemocht und bewundert


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5. Aug 2009, 22:02

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Zitat:
Meine Oma mütterlicherseits heiratete kurz vor dem 1. Weltkrieg bekam 2 Kinder und gleich die Mitteilung, daß sie nun Witwe ist.


Das sind echt harte Schicksale!

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10. Aug 2009, 10:22

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 Re: Starke Menschen eine schöne Seite
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zeder hat geschrieben:
Schade, daß ich nie die Gelegenheit ergriffen habe, sie mehr über diese unruhigen Zeiten zu fragen.


Das bedaure ich auch! Zu wenig gefragt zu haben.
Und nun ist es zu spät" :cry:

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10. Aug 2009, 19:25

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Das geht mir auch so, aber wenn man noch jünger ist denkt man an vieles, nur nicht an die Vergangenheit. Auch bei meinen Eltern und Grosseltern steht vieles noch offen, was ich nie mehr erfahren werde. :roll:

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