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Die Stimme aus dem Waschbecken

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13. Nov 2009, 14:30

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 Die Stimme aus dem Waschbecken
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Wir hatten Jamaica verlassen und befanden uns auf dem Weg zum Panamakanal. Vor Abfahrt von Jamaica hatten wir das Schiff so sorgfaeltig wie moeglich durchsucht, denn staendig versuchten Einwohner von dort als blinde Passagiere nach Amerika mitzufahren, um dort ihr Glueck zu versuchen.

Viele von ihnen schliessen sich den Drogenbanden in New York an, da das der beste Weg ist viel Geld zu verdienen. Sie kommmen in Kingston einfach an Bord, indem sie sich unter die Menge der Schauerleute mischen (welche das Schiff laden). Bei Ankunft in Amerika versuchen sie genau auf solch natuerliche Weise den Hafen zu verlassen, fallen aber in den meisten Faellen auf, da sie ganz anders als die dortigen kraeftig gebauten Afro-Amerikanern aussehen.
Die Behoerden behandeln sie sehr rauh: Man legt ihnen Handschellen auf die auf den Ruecken gezogenen Haende an und in dieser unbequemen Position werden sie auf das naechste Flugzeug nach Kingston gesetzt. Mit dem Flugticket plus einer Strafe wird unsere Gesellschaft belastet und das Schiff hat Aerger mit den Behoerden, viel Papierarbeit und Fragen, die auch den Start der Ladung verzoegern.

Es ist nicht leicht, solche blinde Passagiere zu entdecken, nicht nur da das Schiff in seinen tiefen Ladeluken viele Gaenge und Verstecke hat, man hat auch nicht viel Zeit es zu durchsuchen, da von dem Augenblick, da die Schauerleute von Bord gehen und der Lotse an Bord kommt, nicht sehr viel Zeit vergeht und man dann abdampfen muss.
Oft machen Schauerleute diesen zusaetzlichen Passagieren einen leeren Container auf, wo sie sich dann verstecken, wobei unsere Mannschaft keine Zeit hat alle Container zu durchsuchen.

Wir dampften suedwaerts bei mittlerem Wellengang und das Schiff rollte gemaechlich von Seite zu Seite. Ich wachte gegen 6 Uhr morgens auf und hoerte eine Stimme, die deutlich um Hilfe rief. Ich war noch etwas verwirrt und schuettelte den Schlaf vom Kopf, als ich wieder das “Help!” hoerte. Verschlafen oeffnete ich meine Kabinentuer, da ich dachte, dass es von draussen kaeme, aber beim naechsten Ruf erkannte ich, dass es aus meinem Waschbecken kam.
Ich stutzte, aber begriff schnell, dass sich da jemand in einem leeren Tank versteckt haben musste, das Wasser dort vielleicht anstieg und sein Hilferuf durch die Roehren gellte. Ich rief den ersten Offizier und wir fanden bald, dass der Ruf auch in anderen Kabinen aus den Becken schallte.
Der erste Offizier und der Chefingeneur setzten sich zusammen und studierten die Plaene des Schiffes; bald fanden sie, dass, um in einen dieser Tanks zu gelangen, jemand eine grosse schwere Platte, die man nur mit Hilfe eines kleinen Krans heben konnte, haette oeffnen muessen, und dazu benoetigte man besonders grosse Schluessel. In der Naehe dieser Platte hatte sich Tag und Nacht jemand entweder auf Wache oder bei der Arbeit befunden, da man im Hafen Ueberholungsarbeiten durchgefuehrt hatte. Solch eine Platte zu oeffnen nimmt Zeit in Anspruch, und man benoetigt dazu mehrere Leute. Fremde und vor allem Afrikaner waeren im Maschinenraum ganz gewiss aufgefallen Es war also vollkommen unmoeglich, dass jemand in einen dieser Tanks gelangt war.
Aber trotzdem rief jemand von dort! Wir begaben uns noch einmal in meine Kabine und versuchten Verbindung mit dem Mann aufzunehmen, indem wir ins Waschbecken hineinriefen und fragten wo er sich befand, bekamen jedoch nur von Zeit zu Zeit den “help”Ruf.

Der erste Offizier bemerkte als erster etwas: Der Ruf war nur zu hoeren, wenn sich das Schiff stark nach Backbord beugte. Mit etwas Ueberlegung hatten wir dann die Loesung: Ein Rohr, welches ins Meer fuehrte kam jedesmal bei der Neigung unter Wasser, wobei ein starker Strahl Wasser in den leeren Tank gedrueckt wurde. Dieser Strahl drueckte auch Luft mit grosser Gewalt vor sich her, und das erzeugte bei dem Druck auf die Tankwaende einen Ton, der sich genau wie eine menschlische Stimme anhoerte.


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13. Nov 2009, 14:34

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Seekrankheit


In den 70er Jahren kehrte ich als Passagier auf einem italiensichen Schiff von Neapel zurueck nach Haifa. Damals flog man nicht unbedingt. War auch bedeutend teurer.
Als ich am zweiten Morgen auf See aus dem Bett stieg, studierte mich mein Kabinenmitreisender und fragte, wie ich mich fuehle. Ich nahm das als Hoeflichkeit, obwohl ich eher erwartet haette, dass er mich mit "guten Morgen" gruesse, und dankte mit "gut". Er schaute mich etwas intensiver an und fragte "ganz sicher?"
Kam mir komisch vor, doch vergass ich das bald. Als ich mich zum Speisesaal begab, traf ich Leute, mit denen ich mich tags zuvor unterhalten hatte und auch diese fragten mich das Gleiche. Blieb mir eben nur mit "gut" zu antworten.
Als ich das dritte Mal etwas eindringlich gefragt wurde, wurde ich etwas unruhig und nahm an, dass ich irgendwie elend aussehen muese. Ich studierte mein Gesicht im Spiegel, konnte jedoch nichts entdecken.
Es dauerte eine Weile bis ich bemerkte, dass alle Passagiere sich gegenseitig nach dem Wohlbefinden erkundigten. Der Grund war, dass, waehrend Tags zuvor das Meer spiegelglatt gewesen war - ein Zustand der im Mittelmeer lange anhalten kann - dieser Morgen leichter Wellengang herrschte, was auch oefters passiert. Die guten Leute hatten noch nie sowas erlebt, geschweige einen richtigen Sturm - wie er auch zu jeder Jahreszeit im Mittelmeer auftreten kann - und die meisten fuehlten sich unwohl; jeder wollte sicher sein, dass er nicht der Einzige sei.

Viele Leute denken, dass man auf dem Meer automatisch seekrank wird, und sind dann ueberrascht, wie "seefest" sie sind, nachdem das Schiff abgelegt hat. Allerdings ist das nur so, solange die See spiegelglatt ist. Dann fuehlt man sich auf einem grossen Schiff wie in einem festen Gebaeude. Beim kleinsten Wellengang aendert sich das.
Doch gewoehnen sich fast alle sehr schnell daran, ausser wenn es richtig stark schaukelt oder 'pitscht'


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13. Nov 2009, 17:08

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Die Stimme aus dem Waschbecken - das klingt wie der Poltergeist von Neutraubling! :wiwi


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Gnädigster und durchlauchtigster aller Lords der Highlands and Islands, Bezwinger des Loch-Ness-Monsters,
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Fürst der Fair Isle und der nördlichen Nordsee, Lord of Inverness,
gefürsteter Herzog von Drumnadrochit, Blairgowrie and Dunkeld


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13. Nov 2009, 18:30

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Es gibt also nichts Neues auf Erden. Alles schon mal dagewesen.


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13. Nov 2009, 19:53

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16. Nov 2009, 17:37

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Ich bin so eine, die wird schon auf einem Binnenschiff seekrank.
Auf See war mir schon so elend, daß ich mich den Rest des Tages
nicht davon erholt habe. Es geht nur mit Medikamenten einigermaßen.
Dabei bin ich sooo gern auf dem Meer!

_________________
----Holles Doppelrolle----


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