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Auswanderung aus Deutschland

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13. Feb 2010, 11:58

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 Auswanderung aus Deutschland
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Wir sind dann mal fort


Seit dem 19. Jahrhundert haben noch nie so viele Deutsche ihr Land verlassen wie heute. Der Mittelstand fühlt sich bedrängt. Die Flucht aus der Heimat ist zu einer Ab-stimmung mit den Füssen geworden.

Erschienen in der Weltwoche Nr. 6 vom 11. Februar 2010

Von Wolfram Weimer, Gründer der Zeitschrift Cicero und war bis 2009 deren Chefre-daktor.

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem einzelnen Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Der jetzt vorgelegte > der Bun-desregierung kommt daher wie ein statistisches Amtsblatt, in Wahrheit ist er ein Fa-nal.

Was die Angelegenheit so heikel macht: Es sind die Besten und Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert verlassen nicht etwa Anal-phabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Deutschland erlebt einen Exodus des gebildeten Mittelstands.

Das Durchschnittsalter deutscher Auswanderer beträgt 32 Jahre, es sind Ärzte und Ingenieure, Wissenschaftler und Facharbeiter, Handwerker, Techniker und Dienstleister. Nach Angabe der OECD verliert Deutschland besonders viele Akademiker.

Als die Auswanderungswelle aufbrandete, dachte man zunächst an Steuerflüchtlinge oder einen gesunden Globalisierungseffekt beim Exportweltmeister. Inzwischen gibt es kaum eine Familie mehr die nicht betroffen ist, kaum ein Fernsehabend mehr ohne Serien wie > Goodbye Deutschland! Oder Umzug in ein neues Leben. Nach einer Umfrage würde jeder fünfte Deutsche es den Fernsehvor-bildern gerne gleichtun.

Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: Wir befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation. Während unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertre-ter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Krankenhausbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedinungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das .Doppelte verdient, aber weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in Arabien oder China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.

Das für die Deutschen, die sich für Jahrzehnte als die Wirtschaftwunder-Klassenbeste gefühlt haben, eine schockierende Erfahrung. Auf einmal arbeiten sie als Gastarbeiter in fremden Ländern, und wenn die Wirtschafselite der Welt sich in Davos trifft, dann sind die Hotelkellner die Deutschen.

Man spürt bei Auslandsreisen, dass die Dinge sich anderswo besser entwickeln. Die Ueberlegenheitsgewissheit, die jeden Sommerurlaub im Süden zu einem Selbtbestä-tigungs-Event gemacht hat, ist heute verschwunden. Avantgarde spürt man nicht mehr daheim, sondern in der Fremde. Damit sind die Kategorien der Orientierung für die nächste Generation der Talentierten vertauscht.

Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, deutsche Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Abu Dhabi, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihr weniger übrigbleibt als einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben. Immer mehr Menschen merken, dass ihnen Deutschland immer weniger bietet. Alleine 16 000 deutsche Ärzte haben inzwischen das Land verlassen. Ihre teure Ausbildung ist da-mit zu einer Subvention der Schweiz, Norwegens, Englands, der USA geworden. Während das offizielle Deutschland endlos über die Extreme von oben (Topmanager und deren Gier) und unten (das Harzt-IV-Prekariat) diskutiert, vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Sie zahlen immer höhere Abgaben, erleben Wohlstandsverluste, werden von Radarfallen und Steuererklärungen schikaniert, schicken ihre Kinder an schlechte Schulen und werden dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt als die ganz unten und ganz oben. Der Mittelstand fühlt sich bedrängt im eigenen Land. Während die einen ihr Geld au-ßer Landes schaffen, schicken die anderen die Kinder ins Ausland.

In der Welt der Ladenschlussgesetze, der Spielplatzverordnungen und Doppelformu-lare hat das Finanzamt mehr Deutsche zu Sündern gemacht als der Teufel selbst. Dass möglicherweise das hypertrophe Steuersystem nicht mehr zu seinen Bürgern passt, gilt als Majestätsbeleidigung bei einem Staats- und Bevormundungskult, der dem Staat sogar erlaubt, als offener Hehler von Datendieben aufzutreten.

Selbst wenn Deutschland bürokratisch halb erstickt, leistet es sich lieber eine Regu-lierungsbehörde mehr. Ordnungsämter gibt es flächendeckend. Deutschland schleicht lieber im muffigen Antiquitätenladen seiner Regelwelt umher, als dem Freih-teitslüftchen das Fenster zu öffnen. So ist es beim Schornsteinfegerzwang wie bei der Getrennt-Müllsammlung. Die Endomoränen unserer Ordnungsideologie sind tief eingegraben im Alltag. Noch immer leben wir in der Denktradition von Hegels philo-sophischer Ueberhöung der Staatsidee. Man schätzt die Macht von Obrigkeit und Ordnung höher als die Magie der Freiheit.

Wo Ordnung schon das halbe Leben ist, hat alles andere wenig Platz. Deshalb scheitert das Deutschland der Doktrinen zusehends daran, seinen talentierten Mittelstand zu binden. Die Flucht aus der Heimat ist jedenfalls eine Volksabstimmung mit den Füssen geworden – ein Alarmsignal aus der Mitte der Gesellschaft. Die Auswanderer revoltieren nicht, sie haben keine Gewerkschaftskampagne hinter sich, sie gehen einfach still und leise fort.

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13. Feb 2010, 14:20

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Einige Deutsche wandern ja auch in die Schweiz aus. Was in letzter Zeit auch Thema geworden ist ....

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13. Feb 2010, 15:50

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... und ich hoffe nur, dass die Schweiz in bezug auf Gesetzesgebung nicht zu stark nach Norden schaut. Ich stelle einen zunehmenden "Regulierungswahn" fest. Es trifft mich auch mich privat. Gerne haette ich wieder einen Hund. Aber unter den Bedingungen, wie man in der Schweiz Hunde zu halten hat, verzichte ich

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13. Feb 2010, 15:52

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Aber keine Angst, Livia: Deutschland wird nicht leer werden. Es wird von andern Nationalitaeten uebernommen werden, die sich dort pudelwohl fuehlen.
Das Problem fuer Besucher wird sein mit welchem Woerterbuch man sich vor Besuch auszustatten hat.
Es waere vielleicht eine gute Idee, dass Deutsch- oder Englischsprechende ein betreffendes Schild vor Haus oder Laden aufpflanzen, damit man weiss an wen man sich wenden kann.

Ein Israeli sagte mir mal: Verpflanze alle Deutsche in ein anderes Land und verpflanze die Bewohner des betreffenden Landes nach Deutschland. Innerhalb ein paar Jahren wird auch die Wirtschaft in die Laender ueberwechseln. Gemeint: Wenn es ein armes Land war, werden die neuen Buerger des ehemaligen Deutschlands genau so arm sein wie frueher, und umgekehrt. Der Grund ist, dass die Korruption die in gewissen Laendern in enormen Masse vertreten ist, mitwandern wird und die Regierungsmitglieder und anderen Bosse werden sich wie zuvor nur um ihr Wohlergehen kuemmern.


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13. Feb 2010, 15:57

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... und da geb ich dir recht. Beispielsweise bin ich erschrocken, zu welchem Saustall die Schweiz an einigen Orten geworden ist. Derzeit in den USA seh ich laengst nicht die ueberall herumliegenden Buechsen und Papierabfaelle! Das war hier mal ...

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13. Feb 2010, 16:04

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mohnblume hat geschrieben:
Gerne haette ich wieder einen Hund. Aber unter den Bedingungen, wie man in der Schweiz Hunde zu halten hat, verzichte ich


Ist es so schwierig oder teuer in der Schweiz einen Hund zu halten?? :weißnix Das kann doch nicht so schwer sein, kann ich mir nicht vorstellen.

Man meldet den Hund an und bezahlt die Hundesteuer, bekommt eine Hundemarke. Und ist verpflichtet gut für den Hund zu sorgen. Aber sonst?? :hund

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13. Feb 2010, 17:51

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Mohnblume übertreibt etwas, ich habe auch einen Hund aber seit dem 1. Januar 2010 muss jeder der sich einen Hund zulegt, zuerst für einige Tage einen Kurs ablegen, damit er weiss wie man mit einem Tier umgeht.

Und was der Saustall angeht kann ich dich gar nicht unterstützen, ich wohne an einem sauberen Ort. :wut

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13. Feb 2010, 18:16

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Livia, ich hab die Schweiz nicht generell genannt, aber einige Teile. So nenne ich meine Wohngemeinde. Ich hab noch nie so viel Dreck herumliegen sehen, wie dort ... wieder in der Schweiz, kann ich dir gut einige Bilder schicken. Auch aus anderen Gegenden ... und hast schon recht, es gibt Orte, die diesbezueglich mustergueltig sind. So hast du mit deinem Wohnort wohl Glueck gehabt!

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13. Feb 2010, 18:32

 
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Die Deutschen, die abwandern, sollten lieber dafür sorgen, daß sich die Bedingungen im Deutschland wieder so ändern, daß es sich hier zu leben und zu arbeiten lohnt. Davonlaufen bringt gar nichts. Wir alle sind schließlich der Staat und tragen somit alle Verantwortung dafür, was hier so abgeht.

Also: Nicht kopflos aus dem Hause rennen, wenn es zu brennen anfängt, sondern gleich selbst löschen!


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13. Feb 2010, 18:35

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Ein sehr interessantes Thema.
Auch ich als ehemalige Auswanderin habe mir so Sendungen angesehen wie Goodbye Deutschland und Sonstige.

Allerdings hatte ich da eher das Gefühl, dass die Filmteams beim Aussuchen der zu begleitenden Familien danach gegangen sind, wo sie die beschränktesten Vertreter unserer Nation finden.

Die Intelligenten lassen sich auch höchstwahrscheinlich nicht filmen.
Denn:
Wie dumm muss man denn sein, in ein Land aus beruflichen Gründen einzuwandern ohne die geringsten Sprachkenntnisse, ohne Vorstellung wo man denn nun sein müdes Haupt aufs Kissen legt, wenn man den Flughafen verlassen hat und das mit Frau, drei Kindern und vier Hunden?

Job, ach ja, den suchen wir uns hier.
Schule....oje, die Kinder müssen ja auch zur Schule und dann muss da noch die größte Hürde genommen werden.
Wir müssen ganz schnell ein Bankkonto eröffnen, damit wir an unser Geld in Deutschland kommen.
Und wenn alles nicht klappt, dann eröffnen wir einen Bratwurststand in Puerto Rico.
Die Einheimischen werden uns überrennen vor Begeisterung.

Das sind dann die Leute, die über die Menschen die hier leben und aus Anatolien hergekommen sind, die Nase rümpfen.

In bestimmten Ländern in die man einwandert kann man allerdings eine Sache voll und ganz geniessen.
Das ist die Chance in seinem ganzen Leben nie einen offiziellen Brief von einem Amt zu bekommen.




:mrgreen:


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13. Feb 2010, 18:42

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Mauerblümchen hat geschrieben:

Wie dumm muss man denn sein, in ein Land aus beruflichen Gründen einzuwandern ohne die geringsten Sprachkenntnisse, ohne Vorstellung wo man denn nun sein müdes Haupt aufs Kissen legt, wenn man den Flughafen verlassen hat und das mit Frau, drei Kindern und vier Hunden?

Job, ach ja, den suchen wir uns hier.
Schule....oje, die Kinder müssen ja auch zur Schule und dann muss da noch die größte Hürde genommen werden.
Wir müssen ganz schnell ein Bankkonto eröffnen, damit wir an unser Geld in Deutschland kommen.
Und wenn alles nicht klappt, dann eröffnen wir einen Bratwurststand in Puerto Rico.
Die Einheimischen werden uns überrennen vor Begeisterung.



Ja, das sind dann auch die Leute, die nach Südafrika auswandern, weil dort die Landschaft so "zauberhaft schön" ist - und man noch Elefanten begegnen kann. :weia

Solche Leute sollten besser in den Zoo gehen - und dann gleich ganz dort bleiben. :devil

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13. Feb 2010, 21:24

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Wobei sie dann doch in Südafrika gut aufgehoben sind.

Sehr erstrebenswert irgendwo zu leben, wo ich meine Nachbarschaft nur über die Mauer oder durch den Zaun meines Anwesens betrachten kann.


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13. Feb 2010, 22:05

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... sehr viele Spezialisten und Forscher findet man hier in Birmingham/Alabama. Dieses Forschungszentrum ist Weltspitze in seiner Art. So warum sollen Deutsche sich nicht dort weiterbilden, wo die Wissenschaft die groessten Fortschritte macht?

Nicht viel anders im Automobilbereich. Die Mercedes C-Klasse wird inskuenftig in Alabama produziert. 3000 Arbeitsplaetze werden im Bereich Stuttgart abgebaut. Aber nicht so viele Deutsche werden deswegen nach Tuscaloosa auswandern. Die Lohnsituation und die Arbeitsbedingungen sind hier nicht so golden, wie in Deutschland.

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13. Feb 2010, 23:04

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Jeder möchte gern in seinem Beruf arbeiten, Chancen haben weiter zu kommen, anerkannt werden.

Und wenn ich mit wirklich gut ausgebildeten und berufserfahrenen Menschen im Jobcenter zusammentreffe, die auch noch moderne Berufe wie Informatiker etc. haben und nun zu den Langzeitarbeitslosen gehören, dann handeln sie allemal richtig, wenn sie dieses Land verlassen. denn es hat ihnen nichts mehr zu bieten als Weiterbildung und Fortbildung, die nur der Statistik hilft, sie aber nach einem halben Jahr genau wieder da sind wo ich sie schon mal getroffen habe.
Im Jobcenter.


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14. Feb 2010, 05:51

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Hasenfrau hat geschrieben:
Die Deutschen, die abwandern, sollten lieber dafür sorgen, daß sich die Bedingungen im Deutschland wieder so ändern, daß es sich hier zu leben und zu arbeiten lohnt. Davonlaufen bringt gar nichts. Wir alle sind schließlich der Staat und tragen somit alle Verantwortung dafür, was hier so abgeht.

Also: Nicht kopflos aus dem Hause rennen, wenn es zu brennen anfängt, sondern gleich selbst löschen!


Genau das ist das Problem!
Ich beschuldige die Deutschen selber fuer ihr Dilemma: Sie hatten mit Amerika und Japan zusammen den besten Lebensstandard der Welt. Jedoch genau wie die Amerikaner und anders als die Japaner wollten sie immer mehr. In Israel ist unsere Arbeitswoche immer noch 42 Stunden, in Deutschland waren es schon 35 (wenn ich mich nicht taeusche) und man wollte noch hinunter.
Am meisten verlangten jene, die schon unter guten Bedingungen arbeiteten, waehrend Schlechbezahlte keine Moeglichkeit hatten zu streiken, es genug Nichtdeutsche gab, die bereit waren ihren Posten zu uebernehmen.

Ich will vorweg nehmen, dass ich selber Angestellter war und verstehe, dass man immer etwas mehr gebrauchen koennte, jedoch muss es ja zu einer Grenze kommen. Ganz klar, dass die Arbeitgeber die Gelegenheit ihre Firmen in viel billigere Laender umzulegen, ausnutzten.
Nicht, dass ich ihnen recht gaebe - ich finde dieses Benehmen verachtungswuerdig und eine Art Verrat am eigenen Lande.

Was jedoch erreichen sie damit? Die Menschen in den Laendern, die weniger verdienen, koennen sich ihre Produkte nicht in dem Ausmass leisten wie die einst Gutverdienenden in den 'ersten' Laendern. In Letzteren jedoch sank die Zahl der Gutverdienenden enorm, so dass auch diese Buerger sich so manches nicht mehr leisten koennen.
Ist es ein Wunder, dass so viele Firma pleite machen?
Was noch mehr Arbeitslose und somit weniger Kunden einbringt.
Es ist ein wilder Kreis.

Ausserdem ist ein Grossteil der Ware aus den billigen Laendern minderwertig, wobei man - hier jedenfalls - kaum noch Ware von erster Qualitaet finden kann und wenn ueberhaupt, ist der Preisunterschied enorm, da die Firmen der 'ersten Laender' bedeutend weniger Absatz haben und ihre Unkosten decken muessen.
So manche billige Ware ist, da sie nicht sehr bestaendig ist, im Laufe der Zeit teurer.
Es ist wohl kaum moeglich zu der Zeit zurueckzukehren, da man vernuenftig verdiente und es kaum Arbeitslose gab.


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14. Feb 2010, 09:59

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mohnblume hat geschrieben:
Livia, ich hab die Schweiz nicht generell genannt, aber einige Teile. So nenne ich meine Wohngemeinde. Ich hab noch nie so viel Dreck herumliegen sehen, wie dort ... wieder in der Schweiz, kann ich dir gut einige Bilder schicken. Auch aus anderen Gegenden ... und hast schon recht, es gibt Orte, die diesbezueglich mustergueltig sind. So hast du mit deinem Wohnort wohl Glueck gehabt!


Das Mohnblume hat mit Glück gar nichts zu tun sondern mit den Politikern die man wählt. In meiner Gemeinde wird Videoüberwachung an speziellen Plätzen gemacht, auf Schulhöfen, an Orten wo Altglas und anderes entsorgt werden kann. Wenn sich da jemand nicht an die Ordnung hält, wird er gebüsst. Sprayer hatten vor Jahren die Gewohnheit, überall alles zuzussprayen. Man suchte so lange bis die Sprayer eruirt wurden und zum Saubermachen und der Bezahlung aufgefordert wurden, was voll durchgezogen wurde.

Seither ist Ruhe und Ordnung, du kannst dich ja an die Wohngemeinde wenden und Abhilfe verlangen, oder zu änderst dein Wahlverhalten und wählst Politiker die nicht nur Versprechungen machen, sondern sie auch halten.

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14. Feb 2010, 10:14

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@ ruven

Das mit den Arbeitszeiten ist so ein Problem, das stellt man ja auch in Italien und Frankreich fest, dass die 35 Stundenwoche gar nichts bringt. Bei uns wird immer noch zwischen 42 bis 45 Stunden pro Woche gearbeitet und gottseidank haben die Gewerkeschaften nicht die geringste Chanche, hier das Chaos anzurichten wie es in den benannten Ländern leider der Fall ist.

In einer angrenzenden Gemeinde hier haben wir einen kleinen Spital wo auch mein Mann gepflegt wurde. Der Oberarzt, die Stationsärztin, viel Pflegepersonal auch auf der Intensivstation, sind aus Deutschland und sie machen ihre Arbeit sehr gut, sind hervorragend ausgebildet, erhalten einen angemessenen Lohn, haben geregelte Arbeitszeiten weil die Ablösung geregelt ist. Viele von ihnen sind schon seit längerer Zeit hier und fühlen sich bei uns kurligen Schweizer trotdem wohl. Auch im Hotelfach trifft man sehr viele Deutsche an, auch hier sind es immer gut ausgebildete Fachleute, die ihre Arbeit gut machen und auch zufrieden sind.

Das zum Beitrag, weil er genau das beschreibt was hier bei uns zutrifft. Auch wenn einige Schweizer sich darüber mokieren, finde das besser das Menschen aus Deutschland hier arbeiten, man versteht die Sprache und die Mentalität ähnelt der unseren. :wiwi

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14. Feb 2010, 10:55

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Livia hat geschrieben:
finde das besser das Menschen aus Deutschland hier arbeiten, man versteht die Sprache und die Mentalität ähnelt der unseren. :wiwi


Mein Mann klagt immer, dass er die neuen Kollegen aus dem östlichen Deutschland, die Dialekt sprechen, sooo schlecht versteht, er versteht sie fast gar nicht.

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14. Feb 2010, 11:00

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Livia hat geschrieben:
oder zu änderst dein Wahlverhalten und wählst Politiker die nicht nur Versprechungen machen, sondern sie auch halten.


Wo findet man denn heute solche Politiker noch?

Die kleinen Lokal-Politiker die sind meist noch in Ordnung, aber die großen, die ein Land regieren? :weißnix

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14. Feb 2010, 13:08

 
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Ganz genau, Ruven.

Es sollte durch staatlich Gesetze nicht zugelassen werden, daß die Firmen ihre Mitarbeiter unterbezahlen. Geregelte angemessene Löhne für alle. Und die Angestellten und Arbeiter sollten ihrerseits davon abgehen, immer mehr zu fordern.


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